Zum Hauptinhalt springen

Warme Weggli und Rosinen

Christine Brügger feiert das 20-jährige Bestehen ihrer Galerie mit der Ausstellung «Rückschau»: eine Tour d’Horizon durch ein vielfältiges Programm.

Christine Brügger: «Konstanz ist wichtig in diesem Metier.» (Franziska Scheidegger)
Christine Brügger: «Konstanz ist wichtig in diesem Metier.» (Franziska Scheidegger)

Es herrscht Hochbetrieb in der Galerie an diesem frühen Freitagabend – die Besucher geben sich die Klinke in die Hand. Viele kennen die Galeristin, fragen nach Werken und Künstlern und stellen selbst Betrachtungen an. Die Atmosphäre ist locker. Ein Besucher sagt zur Galeristin: «Sie verstehen ihr Geschäft.» Wie wahr. Denn zu diesem Geschäft gehören nicht nur Geschäftssinn und Kunstverstand, sondern hie und da auch die publikumswirksame Geste: Während dieser Jubiläumsausstellung sind alle Werke zum Freundschaftspreis von 2000 Franken zu erstehen. Das ist ein schönes Zeichen – nicht nur vonseiten der Galeristin. Die sechzig Künstler hätten die Idee unterstützt, jeweils zwei Arbeiten zu diesem Preis anzubieten, erzählt Christine Brügger. Viele Kunstschaffende hätten eigens für diese Ausstellung neue Arbeiten gemacht. Und die Arbeiten verkaufen sich – nun ja – wie warme Weggli! Es seien schon diverse «Nachlieferungen» nötig gewesen, freut sich Christine Brügger. Und sie finde es schön, auch einmal grosszügig sein zu können.

Vertrauen statt Verträge

Wenn Christine Brügger auf ihre zwanzig Jahre als Galeristin zurückschaut, so hebt sie etwas ganz besonders hervor: das gegenseitige Vertrauen zwischen Kunstschaffenden und Galeristin. Sie schliesse keine schriftlichen Verträge ab – was zusammen im Gespräch vereinbart werde, gelte. Und das funktioniere seit zwanzig Jahren.

Mit grossen und einschneidenden Veränderungen im Galeriengeschäft hat Christine Brügger nicht zu kämpfen. Gerade die Konstanz sei sehr wichtig in diesem Metier. Und das Herzblut. Darüber verliert die Galeristin nicht viele Worte. Aber man bemerkt sofort, dass die umtriebige und quirlige Frau viel davon investiert. Was wesentlich zu ihrem erfolgreichen Geschäft beitragen wird. Sie freue sich, dass bei der vielen Arbeit, die ihr halt immer wieder mal eine 60-Stunden-Woche abverlange, etwas Gutes herauskomme.

Vielfalt ist Programm

Inzwischen könne sie die «Rosinen rauspicken», sagt Christine Brügger. Doch auch in den frühen Jahren habe sie nie verzweifelt nach Kunstschaffenden suchen müssen, im Gegenteil: Das Ablehnen eingereichter Dossiers gehöre zum Alltag. Die Rosinen pickt sie mit Geschick. Sie hat seit vielen Jahren Kunstschaffende im Programm, die zu den «Erfolgreichen» zählen: die deutsche Malerin Monika Huber etwa, die Christine Brügger vor 18 Jahren erstmals in München gesehen hat. Huber, die in zahlreichen Städtischen Galerien und Landesmuseen Deutschlands vertreten ist, ist auch immer wieder bei Christine Brügger zu Gast. Auch der Maler und Schriftsteller Peter Haff, der nach der Ausstellung von 2008 in der Galerie Beyeler einem breiten Publikum bekannt wurde, ist schon lange bei Christine Brügger im Programm. Vielfalt und unterschiedliche Techniken seien ihr wichtig. Dafür steht etwa Onur. Der jüngste Künstler im Programm, der im vergangenen März erstmals bei Christine Brügger ausstellte, malt seine beeindruckenden, grossformatigen Gemälde mit einer kleinen Malerrolle. Porträts sind ihm sehr wichtig – diese realisiert er teilweise in atemberaubend präzisen Schwarz-in-Schwarz-Gemälden: eine Rosine, allemal.

Und wie geht es nun weiter, Frau Brügger? Sie fände es schön, nochmals zwanzig Jahre weiterzumachen: Sprichts, lacht und verpackt die Einladungen für die nächste Ausstellung.

Die Ausstellung dauert bis zum 30. April. Apéro am 23. April, 18 bis 20 Uhr. Infos unter www.christinebruegger.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch