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Verschollener Da Vinci aufgetaucht

Ein Gemälde, das in New York aufgetaucht ist und Leonardo da Vinci zugeschrieben wird, erregt die Kunstwelt - ist es echt?

Nach mehr als 100 Jahren ist möglicherweise wieder ein Gemälde von Leonardo da Vinci aufgetaucht. Bei dem in New York entdeckten Werk «Salvator Mundi», das einen Christus mit zum Segen erhobener rechter Hand zeigt, soll es sich um eine verschollen geglaubte Arbeit handeln.

Der New Yorker Galerist Robert Simon zog nach eigenen Angaben eine Reihe internationaler Experten zu Rate: Sie alle kamen zu dem Ergebnis, dass es sich bei «Salvator Mundi» um das von Leonardo da Vinci gemalte Original handle, teilte Simon in Tuxedo Park bei New York mit.

Dagegen plädiert der deutsche Experte Frank Zöllner für weitere Untersuchungen. Die Echtheit sei noch nicht vollständig geklärt. «Das Ganze ist eine sehr interessante Hypothese, und man wird sehen, ob sie Bestand hat», sagte Zöllner am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. «Man muss das ergebnisoffen prüfen.»

Kopie - nicht Fälschung

Was man ausschliessen könne, sei eine Fälschung, sagte Zöllner. Es gehe um die Frage, ob der «Salvator Mundi» (Weltenretter) ein Werk des Meisters selbst oder die hochklassige Kopie eines Schülers sei. Diese Frage zu klären, sei höchst kompliziert.

Die Finanzagentur Bloomberg gibt den Schätzwert des Bildes mit 200 Millionen Dollar an. Simon bezeichnete diese Zahl aber als «reine Spekulation». «Der Wert ist ohnehin unermesslich und es steht sowieso nicht zum Verkauf.»

«Salvator Mundi» soll in der National Gallery in London im Rahmen der Ausstellung «Leonardo da Vinci: Painter at the Court of Milan» (9. November - 5. Februar 2012) gezeigt werden.

Gehörte der Krone

Die Existenz des Leonardo-Gemäldes war seit langem bekannt, jedoch hielt man es für zerstört. Das Bild gehörte laut Simon 1649 dem englischen König Karl I. und blieb lange Eigentum der Krone. Um 1900 habe sich die Spur des Bildes verloren. Es befindet sich jetzt im Privatbesitz eines amerikanischen Sammlers.

SDA/phz

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