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«Star Trek», frühneuzeitlich

Kunst, Astronomie und Astrologie verbinden sich auf den Himmelskarten Andreas Cellarius' (1596–1665) auf einzigartige Weise. Nun erscheint eine Neuausgabe der Kartensammlung.

Bilder aus «Andreas Cellarius. Harmonia Macrocosmica».

Zur alten Ehrfurcht des Mittelalters kam der junge Ehrgeiz der Neuzeit, zur Mystik die Akkuratesse, zur Religion die Wissenschaft und zur Astrologie die Astronomie und die Kunst – und es entstand der prächtige Himmelsatlas «Harmonia Macrocosmica». Sein Zeichner war der deutsch-holländische Kartograf Andreas Cellarius. Nur wenig ist von seiner Biografie überliefert, etwa dass er in Heidelberg ausgebildet und dass nach ihm später ein Komet benannt wurde.

Während Cellarius' besten Jahren verheerte der brutale Dreissigjährige Krieg weite Teile Europas. Katholiken bekämpften Protestanten bis aufs Blut, Schweden prügelten Deutsche, Franzosen jagten Dänen. Seuchen brachen aus, Hungersnöte grassierten. Aus diesen Wirren und ihren Nachwirkungen ging die «Harmonia Macrocosmica» hervor, 1660 wurde die bis heute bekannte Version in Amsterdam publiziert.

Engel ebenso

Zu jener Zeit kursierten viele, grundsätzlich verschiedene Bilder und Vorstellungen darüber, wie der Himmel, das Weltall, die Sterne beschaffen sind und welches Gestirn welche Gestirne dominiert. Cellarius bildete das Weltsystem von Claudius Ptolemäus denn auch ebenso ab wie jenes von Nikolaus Kopernikus und Tycho Brahe und Engel ebenso wie astrologische Instrumente.

Der Taschen-Verlag legt Cellarius' vielfältigen und detailreichen Atlas nun neu auf. In ihren historischen Kontext eingebettet werden die insgesamt 29 Karten vom Cellarius-Experten Robert van Gent. Seine Ausführungen sollen es dem modernen Leser ermöglichen, den Atlas zu sehen, wie ihn Astronomen wie Astrologen seit jeher betrachten: als hoch ästhetisches Wunderwerk der Himmelskörperforschung.

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