«Seine Haare sind pink!»

Er weiss schon lange, wer Banksy ist. Jetzt stellt er in London Bilder des mysteriösen Graffitikünstlers aus. Ein Interview mit dem smarten Kunstagenten Steve Lazarides.

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Linus Schöpfer@L_Schoepfer

Herr Lazarides, warum sind Sie eigentlich nicht mehr Banksys Agent? Wir haben uns in andere Richtungen entwickelt, aber wir gingen in Harmonie auseinander. Ich suche heute nach dem nächsten Banksy und betreue die nachfolgende, sehr aufregende Avantgarde-Generation, also Graffitikünstler wie Conor Harrington oder den Portugiesen Vhils.

Aber Sie haben noch Kontakt zu Banksy? Nicht direkt. Aber ich habe die Mailadresse eines engen Vertrauten.

Sie sagen selbst, dass Banksy Ihre Ausstellung nicht gefallen würde. (lacht) Das ist wohl tatsächlich so. Ich habe ja zehn Jahre mit ihm gearbeitet und weiss genau, wie er tickt. Er will seine Kunst in den Strassen sehen und nicht in Galerien.

Sie stellen jetzt trotzdem 70 seiner Werke aus. Ja. Denn ich bin überzeugt, dass die Zeit heute reif ist. Reif für eine grosse Banksy-Ausstellung, die bisher ungesehene Bezüge zwischen einzelnen Werken offenlegt und Graffiti-Interessierte und Kunstsammler gleichermassen anspricht. Im Übrigen hat Banksy alle Bilder, die ich in London zeige, einst selber in Verkauf gegeben. Gross beklagen kann er sich also nicht.

Auf welche Exponate sind Sie besonders stolz? Wir zeigen Werke Banksys, die die Welt bisher noch nicht kannte, so zum Beispiel «Stop Me Before I Paint Again» oder «Burger King Kid». Toll ist auch, dass wir alle seine Graffiti zu Kriegsthemen versammeln konnten.

Wie kams zur Zusammenarbeit mit Sotheby's? Das ist vor allem der Vermittlungsarbeit von Fru Tholstroph (Direktorin der S2-Galerie, früher Haunch of Venison Gallery, Anm. d. R.) und Cheyenne Westphale (Agentin von Sotheby's) zu verdanken.

Ihr alter Freund Banksy hat Sie reich gemacht. Nun, seinetwegen bin ich sicherlich etwas reicher, als ich es ohne ihn wäre. (lacht)

Manche Kunstexperten meinen, Banksy habe seinen kommerziellen Zenit überschritten. Werden seine Graffiti künftig günstiger zu haben sein? Wer weiss schon, was die Zukunft bringt? Aber mehrere ausgestellte Werke sind über eine halbe Million Pfund wert – und sie gehen weg wie warme Semmeln.

Welche Farbe haben Banksys Haare? Seine Haare sind pink! (lacht)

DerBund.ch/Newsnet

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