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Museum um das Gelände der zerstörten Buddha-Statuen geplant

Die 2001 von den Taliban zerstörten weltberühmten Buddha-Statuen sollen museal erschlossen werden. Eine Rekonstruktion der religiösen Figuren wird es jedoch kaum geben.

Das afghanische UNESCO-Kulturerbe zog seine Aufmerksamkeit schon von weiter Entfernung auf sich.
Das afghanische UNESCO-Kulturerbe zog seine Aufmerksamkeit schon von weiter Entfernung auf sich.
Keystone
Der kleine Buddha war mit einer Höhe von 35 Metern ebenso imposant.
Der kleine Buddha war mit einer Höhe von 35 Metern ebenso imposant.
Keystone
Ein internationales Restauratoren-Team arbeitet heute unter schwierigen Umständen an der Bergung und Dokumentation der Felsfragmente der beiden Buddha-Statuen.
Ein internationales Restauratoren-Team arbeitet heute unter schwierigen Umständen an der Bergung und Dokumentation der Felsfragmente der beiden Buddha-Statuen.
Keystone
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«Ziel ist es, dass der Besucherrundgang in diesem Jahr eröffnet wird», sagte der Präsident von Icomos Deutschland, Michael Petzet, in einem dapd-Interview. Die Sicherungsarbeiten seien vorläufig abgeschlossen. Petzet leitete die Expertengruppe, die die Bergungsarbeiten der Trümmer seit 2004 in Afghanistan durchführt.

Petzet sagte, nun müsse noch das Gerüst vor der kleineren der beiden Nischen, in denen die Buddhas standen, «in den nächsten Wochen» abgebaut werden. Dann sei diese rund 40 Meter hohe Nische auch wieder begehbar. Die Rückwand der Nische mit Teilen der Buddha-Statue seien gesichert. An der Wand sei noch relativ viel vom Originalbestand vorhanden gewesen., sagte Petzet, der von 1999 bis 2008 Präsident des Internationalen Rats für Denkmalpflege war (Icomos).

Darüber hinaus könnten Besucher die 70 Meter langen Schutzbauten besichtigen, in denen die Fragmente der Buddha-Figuren gelagert würden - rund 2000 Kubikmeter Schutt. Das Gerüst solle dann vor der grossen Nische für Sicherungsarbeiten aufgebaut werden, in der einst die 55 Meter hohe Statue stand. Voraussichtlich im Mai oder Juni würden die Arbeiten vor Ort wieder aufgenommen, sagte Petzet.

Hoffnung auf Rekonstruktion mit vorliegenden Materialien

Er hoffe auf eine Rekonstruktion der Statuen unter Verwendung der vorliegenden Materialien. Allerdings seien für die sogenannte Anastylose mehrere Millionen Euro nötig, sagte Petzet.

Die UNESCO hatte im März erklärt, eine Rekonstruktion komme nicht infrage. Petzet sagte dazu, es gehe nicht darum, die aus dem sechsten Jahrhundert stammenden Figuren in ursprünglicher Gestalt wiederherzustellen, da sie bereits im 17. Jahrhundert leicht zerstört worden seien. Sie könnten also sowieso nur so rekonstruiert werden, wie sie kurz vor der Sprengung ausgesehen hätten.

Vergleichsweise ruhige Region

2001 hatten die radikal-islamischen Taliban die weltberühmten Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan gesprengt, da sie das Kulturerbe des Buddhismus auslöschen wollten. Das Auswärtige Amt hatte die Bergungsarbeiten seit 2002 gefördert. Das rund 2.700 Meter hochgelegene Bamiyan-Tal, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, gilt seit Jahren als eine vergleichsweise ruhige Region in Afghanistan.

Beteiligt an den Rekonstruktionsarbeiten sind auch Wissenschaftler der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen, der TU München und aus Italien und Japan. Sie arbeiten im Auftrag der UNESCO, die die Arbeiten teilweise finanziert. Koordiniert werden sie vom Internationalen Rat für Denkmalpflege (Icomos).

dapd/jak

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