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München streitet sich um gekippten Buddha

Buddhisten sehen in der im Zuge einer Kunstaktion installierten Statue die Missachtung eines religiösen Symbols.

Anlass für die Kontroverse: Die Statue am Viktualienmarkt (Bild vom 18. Juni 2013).
Anlass für die Kontroverse: Die Statue am Viktualienmarkt (Bild vom 18. Juni 2013).
Keystone

Die Figur am Viktualienmarkt stammt freilich just von einem Buddhisten: Der malaysische Künstler Han Chong hat das Kunstwerk «Made in Dresden» für die Projektreihe «A Space Called Public» geschaffen und will damit auf die Globalisierung einer touristischen Sehenswürdigkeit hinweisen.

Als überdimensionales Souvenir soll der auf dem Rücken liegende Buddha gerade die Frage der Authentizität thematisieren. Schliesslich sitzen Buddhas aus buntem Plastik und Beton längst in Saunalandschaften und Vorgärten - und sind auch keineswegs in Asien hergestellt.

«In den meisten Fällen ist ja die Verwendung relativ harmlos. Man sieht mal einen Buddha in einem Schaufenster als Dekorationselement - weil eine Buddhafigur Friedfertigkeit, Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt», sagt Jürgen Gräf von der Geschäftsstelle der Deutschen Buddhistischen Union in München. Der Buddha repräsentiere aber auch den erwachten Geist. «In der tibetischen Tradition wird normalerweise eine Buddhastatue höher gestellt. Damit bringt man dem Symbol Wertschätzung entgegen.»

Kompromissvorschlag

Anders als bei manchem Kunstwerk, das religiöse Gefühle verletzte wie etwa der gekreuzigte Frosch des Künstlers Martin Kippenberger, mag manchem bei dem Buddha auf dem Viktualienmarkt die religiöse Provokation nicht sofort bewusst sein.

Der Ärger entzündet sich vor allem daran, dass der Buddha auf dem Rücken auf dem schmutzigen Boden liegt. «Mir würde es genügen, wenn man den Buddha aufrichtet oder auf einen Sockel stellt. Man könnte das «Made in Dresden» auf den Sockel schreiben oder als Schild danebenstellen. Dann wäre allen Seiten genüge getan», meint Gräf. Es gebe in der Buddhistischen Union aber auch andere Meinungen.

Die Figur einfach aufzurichten, würde nicht nur das «Made in Dresden» verdecken, sondern die Idee des Künstlers regelrecht auf dem Kopf stellen: Das sei, als würde man ein Bild mit dem Motiv nach unten hängen, erklärt der Sprecher des Kulturreferats, Marc Gegenfurtner. Er kündigt an: «Wir überlegen aufgrund des anhaltenden Diskussionsbedarfs auch eine entsprechende öffentliche Diskussion anzubieten.»

SDA

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