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Kunsthaus Zürich – Defizit wegen Erweiterungsbau

Der geplante Erweiterungsbau schlägt mit 313'000 Franken zu Buche. Jedoch bescherten namhafte Ausstellungen dem Kunsthaus Zürich 2011 sein zweitbestes Besucherergebnis.

Zahl der Jungmitglieder auf dem Höchststand: Kunsthaus Zürich.
Zahl der Jungmitglieder auf dem Höchststand: Kunsthaus Zürich.
Keystone

350'000 haben das Kunsthaus Zürich im letzten Jahr besucht, 69'000 weniger als 2010. Die Rechnung 2011 schliesst mit einem Defizit von 313'000 Franken. Das Jahr 2012 steht im Zeichen der Kunsthaus-Erweiterung. Programmiert sind acht Ausstellungen.

Für das Defizit sei im Wesentlichen die Kunsthaus-Erweiterung verantwortlich, sagte Kunsthaus-Direktor Christoph Becker am Donnerstag vor den Medien. Die in diesem Zusammenhang auftretenden Kosten für Werbung und Administration müssten laufend gedeckt werden. Teuer sei auch die aus Platznot erforderliche Auslagerung der Beuys-Schenkung.

Aus der Ruhe bringen lässt sich Becker deswegen nicht. «Wir tun aber gut daran, den Verlust auszuweisen. So wird es ihn 2013 nicht mehr geben.» Für 2012 erwartet Becker ein ausgeglichenes Ergebnis.

Mehr Mitglieder

Ein Erfolg ist die Zunahme der Mitglieder in der Zürcher Kunstgesellschaft. Hier wurde 2011 mit 21'650 ein neuer Höchststand erreicht (2010: 19'631). Die Zahl der Jungmitglieder nahm laut Becker gar um 30 Prozent auf über 1600 zu.

Am meisten Publikum zog 2011 die Ausstellung «Miró, Monet, Matisse. The Nahmad Collection» (87'000) an. Gute Ergebnisse verzeichneten auch «Picasso» (83'000) und «Franz Gertsch» (67'000). Das Gesamtresultat ist zwar weit geringer als 2010, gleichzeitig aber das zweitbeste der letzten zehn Jahre, wie das Kunsthaus mitteilte.

Das neue Jahr steht im Zeichen der geplanten Kunsthaus- Erweiterung. Die Stadt stimmt darüber im Herbst 2012 ab. Das Museum geht davon aus, dass es die Abstimmung gewinnen wird. Das Volk entscheidet über einen Beitrag von 88 Millionen Franken. Sponsoren und Gönner haben bisher 50 Millionen Franken zugesagt.

Renaissance, Barock, Aufklärung

Trotz starker Einbindung in die Erweiterung plant das Kunsthaus 2012 acht Ausstellungen. Die Ausstellung «Wintermärchen» eröffnet am 10. Februar die Saison. Sie zeigt über 100 Objekte und Bilder von der Renaissance bis in die Zeit des Impressionismus.

Kunsthistorisches Neuland betritt die Ausstellung «Adrian Zingg - Wegbereiter der Romantik». Sie zeigt das Werk des St. Galler Künstlers und Unternehmers, der von 1734 bis 1816 lebte, zum ersten Mal überhaupt. Vorgestellt werden auch neueste Forschungen.

Altes und Neues kombiniert die Ausstellung «Deftig Barock - Von Cattelan bis Zurbarán». Sie bringt Werke des Barock in einen spannungsvollen Dialog mit zeitgenössischer Kunst. Mexikanische Kunst von 1900 bis heute zeigt die Ausstellung «Posada bis Alïs».

Erweiterung vor der Abstimmung

Zudem sind drei monografische Ausstellungen geplant: Von Paul Gauguin wird das grafische Werk gezeigt. Die zeitgenössische Kunst vertreten die deutsche Filmemacherin Rosa Barba und die französisch- marokkanische Künstlerin Latifa Echakhch. Beide Künstlerinnen werden exklusiv neue Werke zeigen.

Erstmals kuratiert der neue Sammlungskonservator Philippe Büttner eine Ausstellung im Kunsthaus. Er hat am 1. September 2011 die Nachfolge von Christian Klemm angetreten. Büttners Projekt heisst «Das neue Kunsthaus».

Es beleuchtet mit Plänen, Modellen und Kunstwerken aus der Sammlung, «wie die Ideen eines Museums des 21. Jahrhunderts in der Architektur von David Chipperfield Gestalt annimmt». Die Schau wird am 5. Oktober eröffnet, also noch vor der Volksabstimmung zur Kunsthaus-Erweiterung.

SDA/omue

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