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Hitler im Ballettrock

«Hitler blind und Stalin lahm»: Eine Ausstellung in Köln zeigt Agitationskunst aus dem Zweiten Weltkrieg – hauptsächlich politische Fotomontagen.

Als Dani Levys Satire «Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler» 2007 ins Kino kam, fragte sich mancher Zuschauer: Darf man über Hitler lachen? John Heartfield und Marinus würden die Frage vehement bejahen – die beiden Agitationskünstler machten sich schon vor 70 Jahren über den Führer lustig.

Mit den Mitteln der politischen Fotomontage warnten sie die Welt vor dem Nationalsozialismus - neben Hitler bekam auch Mussollini ihren Spott zu spüren. Marinus verarbeitete Kunstwerke von Leonardo, Breughel, Delacroix, Rodin und Franz von Stuck, aber auch Standfotografien aus Historienfilmen wie beispielsweise «Ben Hur».

Noch heute irritieren diese Fotomontagen den Betrachter in ihrer Perfektion und historischen Finesse, die damals den Leser subtil informieren und aufrütteln sollten. Doch auch gröberes Satire-Geschütz wurde aufgeführt: Hitler im Ballerinakleid etwa, oder als tumber Bräutigam aus Wagners Oper «Tristan und Isolde».

Geheimnis um Marinus gelüftet

Bereits 1924 erschien Heartfields erste politische Fotomontage, «Väter und Söhne 1924». Auf dem Bild ist Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zu sehen, hinter dem Soldatenskelette strammstehen. Ein Trupp Kinder in Kadettenuniformen mit Gewehren über den Schultern zieht an ihnen, den mutmasslichen toten Vätern, vorbei.

Während die bissigen Karikaturen des Berliners Heartfield seit Jahrzehnten Ikonen der Agitationskunst sind, wurde das Geheimnis um den künstlerisch ebenbürtigen Marinus erst kürzlich gelüftet. Hinter dem Pseudonym steckt der Däne Jacob Kjeldgaard (1884-1964).

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