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Haftstrafen für Kunstfälscher

In einem der grössten Kunstfälscher-Prozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte haben die Richter heute ihr Urteil verkündet.

Unter den gefälschten Bildern befanden sich Gemälde grosser Meister: Etwa von Max Pechstein (hier sein «Junges Mädchen»)
Unter den gefälschten Bildern befanden sich Gemälde grosser Meister: Etwa von Max Pechstein (hier sein «Junges Mädchen»)
Keystone

Im spektakulären Kölner Kunstfälscherprozess hat das Landgericht Haftstrafen bis zu sechs Jahren verhängt. Das Gericht sprach die vier Angeklagten des gewerbsmässigen Bandenbetrugs schuldig.

Der Drahtzieher und Maler erhielt die höchste Strafe von sechs Jahren. Seine Frau muss für vier Jahre, der Komplize für fünf Jahre ins Gefängnis. Die Schwester der Frau erhielt ein Jahr und neun Monate auf Bewährung.

Die Angeklagten hatten vor dem Kölner Landgericht gestanden, vermeintliche Meisterwerke bekannter Maler wie Max Pechstein und Max Ernst in den Kunsthandel geschleust und so Millionenbeträge ergaunert zu haben.

Für ihre Geständnisse bekamen die Angeklagten wie zuvor vereinbart einen Strafrabatt. Ihnen hätten sonst bis zu neun Jahre Gefängnis gedroht.

Urteil ursprünglich erst im März 2012 erwartet

Das Verfahren galt als einer der grössten Kunstfälscherprozesse seit Jahrzehnten. Zur Anklage standen nur 14 Fälschungen aus den vergangenen zehn Jahren. Die Ermittlungen zu mehr als 40 weiteren Fälschungen werden eingestellt.

Bei den betrügerischen Geschäften gaben die Angeklagten unter anderem vor, die Bilder stammten aus einer in Wahrheit nicht existierenden «Sammlung Werner Jägers» beziehungsweise einer ebenfalls fingierten «Sammlung Wilhelm Knops». Die Fälschungen waren jahrelang nicht aufgefallen und über renommierte Auktionshäuser und Galerien verkauft worden.

Mit dem Urteil in dem spektakulären Kölner Verfahren war ursprünglich erst im März 2012 gerechnet worden. Durch die ausführlichen Geständnisse der Angeklagten hatte sich der Anfang September begonnene Prozess aber deutlich verkürzt: Nach den umfassenden Aussagen der Beschuldigten verzichtete das Gericht auf die ursprünglich geplante Vernehmung von mehr als 160 Zeugen und zehn Gutachtern.

SDA

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