«Es gab ein scharfes Luftholen»

Ein Bezirksrat in Südengland hat versehentlich eine «rassistische» Wandmalerei des Graffiti-Künstlers Banksy entfernen lassen.

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Ein Bezirksrat in Südengland hat versehentlich eine Wandmalerei des international bekannten Graffiti-Künstlers Banksy entfernen lassen. Wie Sprecher Nigel Brown am Donnerstag sagte, wurde das Wandbild in der Stadt Clacton-on-Sea chemisch beseitigt, nachdem es Beschwerden gegeben hatte, es sei rassistisch. «Es gab ein scharfesLuftholen, als wir bemerkten, dass es ein Banksy war», sagte Brown.

Die Wandmalerei, die als Foto auf Banksys Webseite zu sehen war, zeigte eine Gruppe Tauben, die einwandererfeindliche Transparente tragen. Die Banner waren gegen einen exotisch aussehenden Vogel gerichtet. Unter anderem stand darauf geschrieben: «Geh' zurück nach Afrika» und «Migranten nicht willkommen».

In der Stadt Clacton-on-Sea, wo dieBanksy-Kunst aufgetaucht war, findet kommende Woche eine Sonderwahl statt, an der auch die U.K. Independence Party (UKIP) teilnimmt, die gegen Einwanderung ist. Anlass für die Abstimmung ist der Wechsel eines örtlichen Abgeordneten von der Konservativen Partei zur UKIP.

Satirisch gemeint

Wie Brown sagte, enstand die Banksy-Malerei wahrscheinlich am Montag oderDienstag. Er habe erst davon erfahren, als ein Reporter etwas über den Ort des Kunstwerks wissen wollte, nachdem er ein Foto davon auf der Webseite von Banksy gesehen hatte. Brown verteidigte die Entscheidung des Bezirksrats und erklärte, dieser habe eine Pflicht gehabt, auf Sorgen zu reagieren, die Wandmalerei sei unangebracht. Man fände es gut, wenn Banksy in die Stadt zurückkäme, fügte der Sprecher hinzu. «Wir sind nicht gegen Banksy oder Wandmalereien.»

Werke von Banksy haben bei Auktionen bis zu 1,8 Millionen Dollar erzielt. Seine Malereien sind häufig satirischer Natur. Der geheimnisvolle Künstler zieht Aufmerksamkeit durch geschicktes Timing und clevere Platzierung auf sich. So hinterliess er im westenglischen Cheltenham, wo der britische Geheimdienst GCHQ ansässig ist, ein Graffiti-Werk, das sich über britische Spione lustig zu machen scheint. Kurze Zeit vorher hatte der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden einige der geheimen Aktivitäten des GCHQ enthüllt.

phz/sda

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