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Er repräsentiert nur sich selbst

In Bern macht er gegenwärtig Station als Gastkurator der Sommerakademie im Zentrum Paul Klee. Der ägyptische Künstler und Musiker Hassan Khan schätzt es gar nicht, auf seinen kulturellen Hintergrund reduziert zu werden.

Zwischenhalt im Progr, 3. Stock, Zimmer 307: Seine Kunst führt HAssan Khan von New York bis nach Trubschachen.
Zwischenhalt im Progr, 3. Stock, Zimmer 307: Seine Kunst führt HAssan Khan von New York bis nach Trubschachen.
Adrian Moser

Nach Trubschachen im hintersten Emmental hat ihn seine künstlerische Arbeit auch schon geführt. Aber das ist lange her, vor 16 Jahren traf er dort in einer ­alten Lagerhalle andere Künstler aus der ganzen Welt im Rahmen eines Multimedia-Projektes, das sich «Napf-Art» nannte. Hassan Khan sitzt in einem kleinen, schmucklosen Büro im Berner Progr – hier empfängt er in seiner Funktion als Gastkurator der diesjährigen Sommerakademie auch die «fellows» zu Einzel­gesprächen – und schaut den Gast durch seine Brille forschend an. Er war wohl so etwas wie ein Wunderkind, nahm er doch bereits als 15-Jähriger ein ­Literaturstudium auf und sog als Teenager wie ein Schwamm filmische, musikalische und ­literarische Einflüsse auf, Altes und Neues, Westliches und Östliches, arabische Poesie des 12.Jahrunderts und elektronische Musik. Kein Wunder, dass er heute viele Medien benutzt für seine künstlerische Arbeit, er schreibt und ist als DJ mit Live-Improvisationen zu arabischer New-Wave-Shabby-Musik unterwegs, er arbeitet als Videokünstler, kreiert Installationen und Skulpturen, «Ich kann mich erinnern, ja, es war ein etwas abgelegener Ort.» Dem Trubschachen-Projekt gegenüber sei er aber kritisch eingestellt gewesen. Ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt sollten jeden Monat an einem festgelegten Tag zu einer bestimmten Zeit ein zweiminütiges Video aufnehmen und so einen individuellen Beitrag zu einem Panoptikum des Alltäglichen leisten.

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