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Die Tristesse des Glamours

Fotografien aus der Halbwelt der Subkultur und der Mode: Zwei neue Berliner Ausstellungen zeigen Werke von Nan Goldin und Peter Lindbergh.

«Ich fotografiere nur Menschen, die ich liebe.» Das ist so ein echter Nan-GoldinSatz. Dieser Ton der Unbedingtheit, der Hingabe und der Obsession. Doch man nimmt es ihr ab, wenn man jetzt in der Berlinischen Galerie ihre Bilder aus den 80ern wiedersieht: Niko Utermöhlen von der Tödlichen Doris mit seinem Freund Oli am Tresen im legendären Club Dschungel, Käthe Kruse nackt unter der Dusche in Nans Bad in Kreuzberg, ihre langjährige Geliebte Siobhan liegend in der Badewanne. Diese Bilder sind keine distanzierten soziologischen Studien. Es sind fotografische Liebeserklärungen.

Berlin war für ein paar entscheidende Jahre die Wahlheimat der 1953 in Boston geborenen Fotografin. Im Kino Arsenal hatte sie 1984 ihre Diashow «Die Ballade von der sexuellen Abhängigkeit» gezeigt, in der sie das exzessive Leben in der New Yorker Subkultur der 70erJahre verarbeitet hatte: Fixer, DragQueens, Transvestiten, Homosexuelle.

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