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Die geheimnisvolle Sepiafrau

Victor Surbek war als Maler bekannter als seine Frau. Zu Unrecht. Die hervorragende Doppelausstellung im Schloss Spiez zeigt Marguerite Frey-Surbek eigenständige Werke.

Da hängt sie, die Frau. Eine dunkle Gestalt mit einer Aura aus Sepiatönen. Das Bild in der aktuellen Ausstellung im Schloss Spiez fällt auf. Das liegt aber nicht nur an der Düsterkeit des Gemäldes, sondern auch am samtigen Glanz der Ölfarbe, in der es gemalt ist. In der Oberfläche reflektiert das Licht. Beim Vorübergehen entsteht der Eindruck, als sei die Dame lebendig. So bleibt man stehen, schaut genauer hin.

Frontal steht sie da. Aufrecht, stolz. Eine Erscheinung im schwarzen hochgeschlossenen Kleid. Offenbar ist sie an der Arbeit. Den Pinsel hat sie fest in der linken Hand, die Rechte in die Hüfte gestützt. Doch nicht alles an ihr ist dunkel. Auf eine Gesichtshälfte fällt Licht. Und da erkennt man dieses wache Auge, spürt den brennenden Blick, der direkt auf den Betrachter gerichtet scheint. Das beeindruckende Bild ist ein Selbstporträt. Es zeigt die 22-jährige Malerin Marguerite Frey-Surbek (1886–1981).

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