Die alte Garde hat es in der Hand

Brigitta Niederhauser zur neuen Museumsdirektorin sowie der Dachstiftung von ZPK und Kunstmuseum Bern.

«Ob Nina Zimmer den Schwung, den sie offensichtlich mitbringt, in Bern umsetzen kann, hängt massgeblich vom Stiftungsrat der Dachstiftung ab.»

«Ob Nina Zimmer den Schwung, den sie offensichtlich mitbringt, in Bern umsetzen kann, hängt massgeblich vom Stiftungsrat der Dachstiftung ab.»

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Neue Stiftung, neue Geschäftsleitung, neues Gesicht – und viel Arbeit: Der gemeinsame Aufbruch von Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee wird konkret.

Lang genug hats gedauert, und es brauchte politischen Druck, bis das alte Museum mit langer Tradition und gesunden Finanzen und das junge Zentrum mit Startschwierigkeiten unter der neuen Dachstiftung zusammengefunden haben.

Für den Kunstplatz Bern ist das eine Riesenchance, denn gemeinsam verfügen die beiden Institutionen mit ihren Sammlungen, ihren Fachkräften und Räume über ein einmaliges Kapital.

Wird dieses geschickt eingesetzt, kann sich Bern auf der internationalen Museenkarte künftig prominenter positionieren. Nina Zimmer, der neuen künstlerischen Direktorin, stehen für Ausstellungsprojekte sowohl die Sammlung Paul Klee als auch die Schätze des Kunstmuseums zur Verfügung, was bedeutet, dass Ausstellungen mit mehr hochkarätigen Leihgaben geplant werden können.

Denn ohne Gegengeschäfte geht im internationalen Ausstellungsbusiness nichts mehr. Was möglich ist, wenn die zwei Institutionen zusammenspannen, demonstriert zurzeit eindrücklich die gefragte Ausstellung «Chinese Whispers».

Ob Nina Zimmer den Schwung, den sie offensichtlich mitbringt, in Bern umsetzen kann, hängt aber massgeblich vom Stiftungsrat der Dachstiftung ab. Mit der Wahl von Zimmer, einer jungen Persönlichkeit mit breitem Leistungsausweis, hat der Stiftungsrat zwar bewiesen, dass er es ernst meint mit dem Neuanfang.

Aus seiner Zusammensetzung und seiner unüblichen Grösse lässt sich das nicht unbedingt ablesen. Denn er setzt sich nicht – wie eigentlich erwartet wurde – aus neuen und unverbrauchten Persönlichkeiten zusammen.

Ob der Aufbruch gelingt, hängt nun entscheidend davon ab, ob es die alte Garde schafft, frühere Animositäten und Privilegien restlos zu entsorgen. Grabenkämpfe würden nicht nur der neuen Direktorin die Arbeit massiv erschweren, sie könnten das ganze vielversprechende Projekt zum Scheitern bringen.

Der Bund

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