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Deutschland gibt Nofretete nicht zurück

Die weltberühmte Büste der Nofretete, auf die Ägypten Anspruch erhebt, bleibt vorerst in Berlin.

Deutschlands Aussenminister Guido Westerwelle erklärte am Samstag in Kairo auf eine entsprechende Frage, die 3300 Jahre alte Büste sei im vergangenen Jahrhundert rechtmässig vom preussischen Staat erworben worden. Eine Ausleihe als Kompromiss zwischen der Rückgabeforderung und der vollständigen Ablehnung sei zurzeit auch nicht möglich, da sie zu zerbrechlich sei, um transportiert werden zu können.

Es sei «im Interesse dieses Kulturschatzes, dass er keinem Risiko ausgesetzt werde, sagte Westerwelle. Er gab sich sicher, dass eventuelle Unstimmigkeiten über die Besitzverhältnisse an der Nofretete das gute Verhältnis zwischen Ägypten und Deutschland nicht trüben würden.

Wunsch vieler Ägypter, Büste sehen zu können

Der ägyptische Aussenminister Abul Gheit, der nach gemeinsamen Gesprächen mit Westerwelle zusammen vor die Presse getreten war, erklärte, es sei bezeichnend «für die Grösse der ägyptischen Geschichte»,dass sich viele Fundstücke seiner Kultur in der ganzen Welt befänden und dort ausgestellt würden. Er äusserte aber auch Verständnis für den Wunsch vieler Ägypter, die Büste sehen zu können. Es gelte eine Lösung zu finden, die sowohl die Unversehrtheit der Nofretete garantiere, als auch diesem Wunsch gerecht werde.

Die Büste der Gattin des Königs Echnaton, der im 14. Jahrhundert vor Christus lebte, steht im Berliner Neuen Museum. Sie ist 1913 nach Ausgrabungen unter deutscher Leitung mit amtlicher Genehmigung ausgeführt worden. Die Rechtmässigkeit dieser Genehmigung beziehungsweise ihrer Voraussetzungen wird in Ägypten von Zeit zu Zeit angezweifelt.

ddp/vin

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