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Der viertteuerste «Alte Meister»

Ein Bild des britischen Malers John Constable (1776-1837) hat bei einer Auktion in London einen Platz auf der Liste der weltweit teuersten «Alten Meister» eingenommen.

Für viel Geld verkauft: Das Bild «The Lock» vor der Auktion.
Für viel Geld verkauft: Das Bild «The Lock» vor der Auktion.
Keystone

Das Gemälde «The Lock» erreichte bei Christie's 22,4 Millionen Pfund (33,5 Millionen Franken). Das Bild aus dem Jahr 1824, das eine Schleuse in der Grafschaft Suffolk zeigt, wurde damit zum viertteuersten «Alten Meister» der Welt. Wer das Bild ersteigerte, gab Christie's nicht bekannt.

Die Spanierin Carmen «Tita» Cervera, die Witwe des Schweizer Kunstsammlers und Unternehmers Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza (1921-2002), hatte das Werk zum Verkauf angeboten. In Madrid, wo das Gemälde bisher im Thyssen-Bornemisza-Museum ausgestellt war, löste der Verkauf in der Kunstszene Proteste aus.

«Verlust für Spanien»

Der Kunstexperte Norman Rosenthal trat als Vorstandsmitglied des Museums zurück. Der Kunstkritiker Francisco Calvo Serraller sprach gegenüber «El País» von einem «furchtbaren Verlust für Spanien». Cervera, die ihre private Sammlung dem Museum leihweise zur Verfügung gestellt hat, rechtfertigte den Verkauf damit, dass sie Bargeld brauchte. Sie habe dem spanischen Staat das Werk zu günstigen Bedingungen angeboten, aber Spanien habe kein Geld für den Kauf des Constable-Bildes.

In der Zeitung «El País» war die frühere Schönheitskönigin kürzlich dem Eindruck entgegengetreten, über riesige Reichtümer zu verfügen. «Mein Mann hat mit eine grosse Kunstsammlung vermacht, aber sonst nicht viel», sagte sie.

Rubens am teuersten

«The Lock» gehört zu einer Serie von sechs Darstellungen der Landschaft Suffolks. Sowohl Motiv als auch Farben und Pinselführung galten zur Entstehungszeit als ungewöhnlich und bahnbrechend. Das Gemälde wurde erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte verkauft und steht nun auf Platz vier der Preisliste für «Alte Meister». Damit liegt es gleichauf mit George Stubbs' «Gimcrack mit einem Reitknecht auf Newmarket Heath» von 1765, das 2011 versteigert wurde. Auf Platz Eins liegt Peter Paul Rubens' «Das Massaker der Unschuldigen», das 2002 für 92,5 Millionen Franken verkauft wurde.

Unter «Alte Meister» werden Werke zusammengefasst, die zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert entstanden und meist gegenständliche Motive zeigen. Insgesamt brachte die Abendauktion am Dienstag bei Christie's fast 127 Millionen Franken ein.

SDA/lmm

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