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Der falsche Doig(e)

Ein Amerikaner will ein Bild vom bekannten Maler Peter Doig für mehrere Millionen verkaufen. Doch Doig sagt, das Gemälde sei nicht von ihm. Es kommt zum Prozess.

Hätte einst 10 Millionen US-Dollar einbringen sollen: Wüstenlandschaft von Peter Doige.
Hätte einst 10 Millionen US-Dollar einbringen sollen: Wüstenlandschaft von Peter Doige.
Keystone
Heute wirklich Millionen wert: «The Architect's Home in Ravine» (1991), welches tatsächlich vom schottischen Maler Peter Doig stammte.
Heute wirklich Millionen wert: «The Architect's Home in Ravine» (1991), welches tatsächlich vom schottischen Maler Peter Doig stammte.
Keystone
Brachte Mitte gut 3 Millionen Franken ein: Doigs «Bellevarde» von 1995 stehts 2011 by Sotheby's zum Verkauf.
Brachte Mitte gut 3 Millionen Franken ein: Doigs «Bellevarde» von 1995 stehts 2011 by Sotheby's zum Verkauf.
Reuters
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Dass er auch das eine oder andere Mal LSD genommen habe, gibt Peter Doig unverhohlen zu. Er sei halt ein Teenager gewesen, damals im Kanada der 1970er. Aber eines weiss der in Schottland geborene Maler dennoch: welches Bild von ihm stammt, welches nicht. Ausgerechnet dies musste Doig nun diese Woche vor einem Gericht in Chicago beweisen.

Das kam so: Ein gewisser Robert Fletcher arbeitete in den 70ern als Aufseher in einem Gefängnis, eine halbe Tagesreise nördlich von Toronto. Dort lernte er einen Peter Doige kennen – ebenfalls ein Schotte, der wegen LSD-Besitzes einsass. Für 100 Dollar kaufte der Wärter dem Mann ein Gemälde ab: Es zeigt eine menschenleere Wüstenlandschaft mit Felsen und Kakteen, signiert mit «Peter Doige 76». Einige Jahre hing das Gemälde in Fletchers Wohnung, bis ihn ein Freund darauf hinwies, dass es sich beim Bild um das Werk eines berühmten Malers handle.

Gemeint ist Peter Doig. Und der machte in den 90ern erstmals mit Landschaftsgemälden von sich reden, die bisweilen wie Traumsequenzen wirken. Seit den Nuller-Jahren gehörte er zu den höchstbezahlten lebenden Künstlern; seine Bilder kosten bis zu 12 Millionen US-Dollar. Für Fletcher war sofort klar: Die Wüstenlandschaft in seiner Wohnung kann nur von diesem Doig sein. Doch als man Doig ein Foto des besagten Gemäldes schickte, sagte dieser laut «New York Times»: «Ein schönes Bild. Aber nicht von mir.» Nicht die Antwort, auf die Fletcher gewartet hatte. Er hatte nämlich fest damit gerechnet, das Gemälde für mehrere Millionen verkaufen zu können. Und so verklagte er Peter Doig dafür, dass er sein Bild verleugnet.

Der richtige Maler ist tot

Der Prozess in Chicago dauerte mehrere Stunden, am Schluss verliess Peter Doig das Gericht als Sieger. Er konnte darlegen, weshalb die Wüstenlandschaft in Öl nicht von ihm stammt: Als das Bild entstand, war Doig ein sechzehnjähriger Schüler. Auf Leinwand malte er frühestens ab 1979. Laut Gericht stammt das fragliche Bild zweifelsohne von einem Peter Doige, der 1976 für kurze Zeit einsass, aber 2012 verstarb.

Peter Doig gab sich nach dem Prozess konsterniert: Es sei abscheulich, dass die Kläger versucht hätten, einem anderen Künstler das Vermächtnis abzusprechen, um reich zu werden. Und Robert Fletcher? Der ist noch immer überzeugt: die Wüstenlandschaft stammt von Peter Doig – ohne e.

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