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Das glänzende Nichts, neu aufpoliert

Der US-amerikanische Bildhauer Charles Ray ist so etwas wie der neue Andy Warhol. Nun zeigt das Kunstmuseum Basel seine Werke in einer stupenden Schau.

1997 entdeckte Charles Ray diesen zu Schrott gefahrenen Pontiac auf einem Autofriedhof in L.A. Er zerlegte ihn in seine Einzelteile, goss jedes davon in Fiberglas nach und setzte diese anschliessend zu einem perfekten Retortenwrack zusammen.Charles Ray: Unpainted Sculpture, 1997
1997 entdeckte Charles Ray diesen zu Schrott gefahrenen Pontiac auf einem Autofriedhof in L.A. Er zerlegte ihn in seine Einzelteile, goss jedes davon in Fiberglas nach und setzte diese anschliessend zu einem perfekten Retortenwrack zusammen.Charles Ray: Unpainted Sculpture, 1997
Joshua White
Raffiniert: Mit diesem silberglänzenden Edelstahl-Pendant einer Obdachlosen hält Charles Ray der Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes einen Spiegel vor.Charles Ray: Sleeping Woman, 2012
Raffiniert: Mit diesem silberglänzenden Edelstahl-Pendant einer Obdachlosen hält Charles Ray der Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes einen Spiegel vor.Charles Ray: Sleeping Woman, 2012
Joshua White
Auch bei Charles Rays grösstem Wurf dreht sich alles um den Verlust der Unschuld: Der über zwei Meter grosse kleine Junge, der einen bemitleidungswürdigen Frosch an einem Bein in die Höhe hält, stand vier Jahre lang an einem prominenten Punkt in Venedig. Dann musste er – auf Druck der Anwohner – entfernt werden.Charles Ray: Boy with Frog, 2009
Auch bei Charles Rays grösstem Wurf dreht sich alles um den Verlust der Unschuld: Der über zwei Meter grosse kleine Junge, der einen bemitleidungswürdigen Frosch an einem Bein in die Höhe hält, stand vier Jahre lang an einem prominenten Punkt in Venedig. Dann musste er – auf Druck der Anwohner – entfernt werden.Charles Ray: Boy with Frog, 2009
Joshua White
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Jesus konnte offenbar auch nicht mehr helfen. Jedenfalls nicht jenem Auto­lenker, der seinen Pontiac, Baujahr 1991, derart gegen die Wand knallte, dass von der Motorhaube nur noch Blechmatsch übrig blieb – derweil der am Heck angebrachte schnörkelige Schriftzug «Jesus is Lord» den Crash praktisch unversehrt überstand. Über das Schicksal des Fahrers ist weiter nichts bekannt, wohl aber über jenes des Autowracks: 1997 entdeckte es ein Künstler auf einem Schrottplatz in L.A., zerpflückte es in seine Einzelteile, goss jedes davon in Fiberglas nach und setzte diese zu einem perfekten, nun ja: Retortenwrack zusammen.

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