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«Dann ist das sein Bier und nicht meins»

Das traditionsreiche und auch bei Touristen beliebte Berliner Kunsthaus Tacheles ist heute nach jahrelangen Auseinandersetzungen geräumt worden.

Martin Reiter, Tacheles-Sprecher, trifft vor dem Kunsthaus auf Journalisten. (4. September 2012)
Martin Reiter, Tacheles-Sprecher, trifft vor dem Kunsthaus auf Journalisten. (4. September 2012)
Keystone

Die verbliebenen Künstler übergaben dem Gerichtsvollzieher freiwillig die Schlüssel, die Räume wurden versperrt. «Wir weichen der Gewalt», sagte Tacheles-Sprecherin Linda Cerna. Mit dem endgültigen Aus für das Kunsthaus geht in Berlin eine Ära zu Ende.

Die heruntergekommene Kaufhausruine in Berlin-Mitte war nach dem Fall der Mauer von ostdeutschen Künstlern besetzt und so vor dem Abriss gerettet worden. Ein späterer Investor wollte das riesige Gelände erschliessen, geriet aber in finanzielle Schieflage. Das Haus stand deshalb unter Zwangsverwaltung.

«Eine Ära geht zu Ende»

Nach langem juristischen Tauziehen war nun der letzte Räumungstermin angesetzt. «Es ist vorbei, eine Ära geht zu Ende», sagte der langjährige Vereinsvorsitzende Martin Reiter: «Wenn der Bürgermeister nicht will, dass wir eine Kulturstadt sind, dann ist das sein Bier und nicht meins.»

In dem über und über mit Graffiti bemalten Gebäude waren zuletzt noch etwa 40 bis 60 Künstler tätig. Auf der Suche nach Szene-Charme besuchten rund 400'000 Touristen jährlich die Ruine. Zuletzt war sie wegen fehlenden Brandschutzes für die Öffentlichkeit gesperrt.

SDA

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