Geld stinkt doch

Der Louvre verbannt den Namen der spendablen Sackler-Familie – die wegen der Opioidkrise in der Kritik steht – aus ihren Sälen. Das British Museum hingegen steht zu BP.

Proteste gegen die Sackler-Säle im Louvre in Paris. Foto: AFP

Proteste gegen die Sackler-Säle im Louvre in Paris. Foto: AFP

Die ägyptischstämmige Schriftstellerin Ahdaf Soueif hat den Aufsichtsrat des British Museum verlassen. Auf der Website der «London Review of Books» begründete sie ihren Schritt mit der «Unbeweglichkeit» des Museums. Sie kritisierte dessen Partnerschaft mit dem Erdölkonzern BP und die restriktive Position des Hauses in der Restitutionsfrage. «Die Welt kämpft mit Fragen wie Klimawandel, immer grösserer Ungleichheit, dem Erbe des Kolonialismus. Zu diesen Themen muss das Museum eine klare ethische Position beziehen.»

Der Direktor des Museums, Hartwig Fischer, hatte in der letzten Woche die weitere Unterstützung durch BP als «unabdingbar für unsere Mission» verteidigt. Soueif konterte, dem Museum seien die Beziehungen zur Wirtschaft wichtiger als die «Sorgen junger Menschen auf der ganzen Welt, darunter die Schulkinder, eine der wichtigen Zielgruppen des Museums».

Auch im Pariser Louvre gab es kürzlich Proteste. Sie richteten sich gegen die Unterstützung durch die Familie Sackler, nach der mehrere Säle des Louvre benannt sind. Die Sacklers besitzen den umstrittenen US-Pharmakonzern Purdue, dessen Arzneimittel die amerikanische Opioidkrise mit ausgelöst haben.

«The Art Newspaper» berichtet nun, das Museum habe den Namen Sackler in den letzten Tagen von den Wänden und von der Website entfernt. Louvre-Chef Jean-Luc Martinez erklärte dies damit, dass die letzten Zahlungen der Familie 1993 eingegangen seien und das Museum sich nur für 20 Jahre zur Nennung des Namens verpflichtet habe. Zuvor hatten bereits die Londoner National Portrait Gallery, das Metropolitan Museum und das Guggenheim erklärt, kein Geld mehr von den Sacklers anzunehmen.

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