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«Komische Dinge passieren»

Der Israeli Tomer verpasst seit zehn Jahren Festivalgängern Tattoos, so auch jetzt am Zürich Openair. Er hat vieles schon erlebt.

Die Krassesten seien die Schweden und die Norweger, sagt Tomer. «Die kommen zu uns rein, sind hickehackedicht, legen sich auf den Boden, weil sie nicht mehr stehen können», sagt der Israeli. «Dann verlangen sie nach einem Tattoo – wenn sie überhaupt noch reden können.» Er sei froh, jetzt in der Schweiz zu sein, hier sei es jeweils etwas ruhiger. «Diese letzte Stufe des Besoffenseins erreichen die Schweizer nicht», sagt Tomer.

Der 38-Jährige kennt das europäische Festivalleben gut wie wenige, tingelt er doch mit seiner Tattoo-Bude schon seit zehn Jahren durch die Openairs. Im Schnitt besucht er 15 Festivals pro Sommer, gerade kommt er vom Gampel, vorher war er in Skandinavien, Holland, Spanien, Deutschland. Tomer bietet Body-Painting-Tattoos an, die nach einer Woche spätestens wieder weggewaschen sind – im Notfall auch schon nach einem Tag. «Wenn die Leute eine Dummheit anstellen, müssen sie es nicht bereuen», sagt Tomer. Aus hygienischen Gründen seien echte Tattoos auf den meisten Festival sowieso nicht zugelassen. Sein billigstes Tattoo, ein kleines Sternchen, kostet zwanzig Franken, das teuerste, ein rückengrosser Drache, achtzig.

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