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Metropolitan Opera entlässt Stardirigenten James Levine

Grund für die Entlassung sind Anschuldigungen mehrerer Männer, wonach Levine sie als Minderjährige sexuell missbraucht haben soll.

Soll mehrere Jugendliche sexuell missbraucht haben: Stardirigent James Levine.
Soll mehrere Jugendliche sexuell missbraucht haben: Stardirigent James Levine.
Michael Dwyer/AP, Keystone

James Levine ist seit Jahrzehnten mit der New Yorker Metropolitan Opera verbunden. Von 1976 bis 2016 war er dort musikalischer Direktor und dann Dirigent. Doch im vergangenen Dezember veränderte sich die Situation. Die Metropolitan Opera supendierte den 74-Jährigen. Der Vorwurf: sexueller Missbrauch in mehreren Fällen. Nun hat ihn die Met endgültig entlassen.

Drei Männer hatten Levine öffentlich vorgeworfen, sie in jungen Jahren sexuell missbraucht zu haben. Einer soll zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt gewesen sein. Die Met beauftragte daraufhin eine Anwaltskanzlei, die Vorwürfe zu untersuchen. Nun hat die Met die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht. In einem Statement bestätigt das Haus die Vorwürfe. Es habe Missbrauch und Belästigungen gegeben, sowohl bevor Levine für die Metropolitan Opera gearbeitet habe, als auch während seiner Zeit dort. Die Untersuchung habe zudem glaubwürdige Beweise dafür geliefert, dass Levine schutzlose Künstler, die am Anfang ihrer Kariere standen und denen er vorstand, sexuell ausgenutzt habe.

Genauere Informationen zu der Untersuchung veröffentlichte das Haus nicht. Allerdings sollen bei der Recherche Interviews mit 70 Personen geführt worden sein. In dem Schreiben hiess es zudem, dass es nach diesen Erkenntnissen unmöglich wäre, Levine weiterhin für die Met arbeiten zu lassen. Der Dirigent selbst hatte die Anschuldigungen bereits zu einem früheren Zeitpunkt zurückgewiesen.

Levine hat in seiner Karriere mehr als 2500 Mal für die Met auf dem Dirigentenpult gestanden. Die Met hat erhebliche internationale Bedeutung. Sie ist das älteste und grösste Opernhaus der USA und gehört zu den Spitzenopernhäusern der Welt. Von September 1999 bis 2004 war Levine zudem Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. 2003 wurde er in die «American Classical Music Hall of Fame» aufgenommen.

SZ.de

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