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Klassiker der Woche: Warten, dass die Karriere blüht

Wer auf Youtube nach Schuberts «Frühling» sucht, findet viele Aufnahmen von Stars. Und eine von Emily Compson.

Grosse Sängerinnen betonen ja gerne, dass sie einst ganz klein angefangen hätten. Dann erzählen sie jeweils Anekdoten von Provinzbühnen, von Dirigenten, die sich ihren Namen nicht merken konnten, oder von Konzertroben aus dem Kostümverleih. Und diese Anekdoten passen sich perfekt ein in einen Weg, der dann eben doch nach oben führte, selbstverständlich unerwartet, aber doch unaufhaltsam und mit einer ganz eigenen Logik. Am Ende folgt dann jeweils die Bemerkung, ohne diese sogenannte Ochsentour wäre man nie dort gelandet, wo man nun eben gelandet sei.

Emily Compson, 22 Jahre alt, Studentin im englischen Chichester, hat mit dieser Ochsentour erst gerade angefangen, und ob sie je irgendwohin führen wird, steht in den Sternen. Man trifft die Sopranistin auf Youtube, wenn man jahreszeitengemäss nach Schuberts «Im Frühling» sucht. Es ist ein bekanntes Lied, die Liste der illustren Interpreten ist lang, und ein Dietrich Fischer-Dieskau bringt es damit auf über 150'000 Aufrufe. Bei Emily Compson sind sechs Klicks registriert, und wenn man bedenkt, dass die junge Frau wohl Familie und Freunde hat, sind das nicht viele.

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