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Klassiker der Woche: Tränen aus Tönen

Fussballenttäuschung? Liebeskummer? Karriereknick? Hier ist die Trauermusik dazu.

Der Komponist und Lautenist John Dowland (1563–1626) muss ein melancholischer Mensch gewesen sein. «Semper Dowland, semper dolens» («Immer Dowland, immer leidend») ist eines seiner Lautenstücke überschrieben. Sein berühmtestes Lied trägt den Titel «Flow My Tears», die instrumentale Vorlage dazu lieferte die ebenfalls tränenselige «Lachrimae Pavan». Und das hier gespielte Stück heisst «Forlorn Hope Fancy»: Keine Hoffnung mehr, worauf auch immer.

Dowland selbst hoffte fast sein ganzes Leben lang auf eine Anstellung am englischen Hof. Lange vergeblich. Wenn er wieder mal eine Absage erhielt, liess er sich von deutschen Grafen oder dem dänischen König engagieren (und sehr, sehr gut bezahlen). Aber immer wieder kehrte er für einen weiteren Versuch in die Heimat zurück. 1612, mit 49 Jahren, hat er es endlich geschafft, er wurde «Musician of the lute» unter König James I. – und hat danach, aus welchen Gründen auch immer, kaum noch etwas komponiert.

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