Zum Hauptinhalt springen

James Levine verklagt New Yorker Oper

Drei Tage nach seinem Rauswurf hat James Levine die Metropolitan Opera wegen Vertragsbruchs und Rufschädigung verklagt. Er fordert mehr als 5,8 Millionen Dollar Schadenersatz.

Zieht die Metropolitan Opera vor Gericht: Der entlassene Stardirigent James Levine.
Zieht die Metropolitan Opera vor Gericht: Der entlassene Stardirigent James Levine.
Miguel Medina/DPA, AFP

Wie die «New York Times» am Donnerstag berichtete, stünden James Levine laut seinem Vertrag ein Jahresgehalt von 400’000 Dollar sowie ein Gehalt von 27’000 Dollar für jeden seiner kommenden Auftritte zu.

Die Metropolitan Opera – kurz Met – wies die in der Klage aufgeführten Vorwürfe umgehend zurück. Der 74-Jährige war am Montagabend nach Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs entlassen worden.

In der Klage wird zudem festgestellt, dass Levine «klar und unmissverständlich jegliches Fehlverhalten in Zusammenhang mit diesen Anschuldigungen bestritten» habe. Vielmehr sei sein Rauswurf das Ergebnis eines lange gehegten Plans des Geschäftsführers der Oper, Peter Gelb, ihn loszuwerden.

Glaubwürdige Hinweise auf Taten

Zudem gebe es in seinem Vertrag keine Klausel, wonach die Oper ihn feuern oder freistellen könne. Das Opernhaus habe nach «vagen und unbegründeten Anschuldigungen in der Presse» gehandelt.

Die Anwältin der Oper, Bettina Plevan, erklärte laut Zeitungsbericht dagegen, man habe den Vertrag mit Levine am 12. März aufgelöst, nachdem eine gründliche Untersuchung glaubwürdige Hinweise auf sexuelles Fehlverhalten des Dirigenten während seiner Zeit an der Met erbracht habe.

«Es ist schockierend, dass Mr. Levine sich geweigert hat, Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen, und stattdessen heute entschieden hat, auf die Met mit einer Klage gespickt von Unwahrheiten loszugehen», liess Plevan in einer Stellungnahme verlauten.

Vorwürfe von vier Männern

Levine, der als einer der besten Dirigenten der USA gilt, ist der bislang hochrangigste Vertreter der Klassik-Welt, der im Zuge der #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe seinen Job verloren hat. Er hatte die Anschuldigungen – unter anderen von vier Männern – zuvor stets zurückgewiesen.

Der 1943 im US-Bundesstaat Ohio geborene Levine hatte seit den frühen 1970er-Jahren am New Yorker Opernhaus gearbeitet und war seit 1975 der musikalische Leiter der Met. Nach gesundheitlichen Problemen hatte er sich 2016 vom Posten zurückgezogen, aber in verschiedenen Rollen weiter für das Opernhaus gearbeitet, unter anderem als Betreuer für junge Künstler.

SDA/woy

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch