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Die Musik schlägt aus dem Dunklen zu

Statt Theaterblut gibts Krähenfedern: Dirigent Teodor Currentzis und Regisseur Barrie Kosky zeigen im Zürcher Opernhaus einen düsteren «Macbeth» von Giuseppe Verdi.

Eigentlich ist er schon tot: Bariton Markus Brück als Macbeth. Foto: Monika Rittershaus
Eigentlich ist er schon tot: Bariton Markus Brück als Macbeth. Foto: Monika Rittershaus

Wer wahnsinnig wird, zieht sich vorher ein weisses Nachthemd an: An diese Opernregel hält man sich selbst in diesem neuen Zürcher «Macbeth», in dem sonst alles anders ist als gewohnt. Ganz anders – und atemberaubend gut.

Kein Wunder, kommt auch Macbeth schon bald ins Japsen. Er hat soeben die Prophezeiungen der Hexen gehört, deren Verwirklichung er später mit ein paar Morden beschleunigen wird. Ihre Stimmen kommen aus der Dunkelheit, während sich aus dem Schwarz der Bühne eine stumme Masse fast nackter Frauen, Männer, Mannweiber nach vorne drängt. Vielleicht sind sie tot, vielleicht existieren sie nur in Macbeths Kopf; irgendwann sind sie wieder weg, und er steht da und keucht. Es dauert eine Weile, bis er wieder singen kann, und man versteht das gut.

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