Das Lucerne Festival richtet sich neu aus

Das Sommerfestival soll gestärkt werden. Dafür verschwinden das Oster- und das Piano-Festival.

Das Lucerne Festival Orchestra trägt massgeblich zum Erfolg des Festivals bei – und soll künftig noch mehr ins Zentrum gerückt werden.

Das Lucerne Festival Orchestra trägt massgeblich zum Erfolg des Festivals bei – und soll künftig noch mehr ins Zentrum gerückt werden.

(Bild: Urs Flüeler)

Susanne Kübler@tagesanzeiger

Es ist noch keinen Monat her, dass das Lucerne Festival die erfreuliche Bilanz seines Oster-Festivals verschickt hat: 9000 Besucher, das bedeutete 88 Prozent Auslastung. Aber nun ist Schluss, nächstes Jahr wird es kein Oster-Festival mehr geben. Auch das Piano-Festival wird im kommenden Herbst zum letzten Mal durchgeführt.

Man habe die Aktivitäten analysiert und wolle nun das Profil schärfen: So lautet, in schönstem Unternehmensberaterdeutsch, die Begründung für das, was gestern den Medien vorgestellt wurde. Stärken will man künftig vor allem die eigenen Projekte: Das Lucerne Festival Orchestra etwa, das den Ruf des Festivals auf Tourneen auch ins Ausland verlängert. Oder die Lucerne Festival Academy, in der sich Musiker, Dirigenten und Komponisten mit Zeitgenössischem befassen. Und schliesslich sind da die ehemaligen Academy-Teilnehmer, die als Alumni ebenfalls zunehmend international aktiv werden. Diese Institutionen sollen auch die zwei Wochenenden bestreiten, mit denen die abgeschafften Festivals ersetzt werden.

Zu den «Erfolgsfaktoren», die stärker als bisher zum Tragen kommen sollen, zählen Intendant Michael Haefliger und Stiftungsratspräsident Hubert Achermann auch die eigens für Luzern entwickelten Konzertformate: Die Gratis-Konzerte «40min» etwa, der Erlebnistag oder die Konzertübertragung aufs Inseli. Und natürlich will man weiterhin die bedeutendsten Orchester nach Luzern holen: Die Sinfoniekonzerte bleiben der Kern des Festivals.

Finanzielle Überlegungen hatten bei dieser Neuausrichtung zwar eine Rolle gespielt, sagt Michael Haefliger; aber sie waren nicht die Hauptsache: «Wir haben einfach gemerkt, dass die Entwicklung der eigenen Projekte vielversprechender ist. Sie sind es, die dem Festival seine Identität und seine Ausstrahlung geben».

Stehen bleiben, das zeigt sich hier einmal mehr, war noch nie Haefligers Rezept: Auch das gehört zu den Erfolgsfaktoren des Lucerne Festival.

DerBund.ch/Newsnet

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