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Am akustischen Zenit

Das Berner Symphonieorchester unter Mario Venzago glänzt im Kultur-Casino in einem orchestralen Kontrastprogramm mit Werken von Brahms und Cécile Marti.

Mario Venzago hat sein Symphonieorchester in erstaunliche Klangwelten getrieben.
Mario Venzago hat sein Symphonieorchester in erstaunliche Klangwelten getrieben.
Adrian Moser (Archiv)

Die Uraufführung eines Orchesterwerks von Cécile Marti trifft auf einen Klassiker von Johannes Brahms. Ist das originell oder zufällig? Noch während man im gut besetzten Kultur-Casino die Programmierung des 3. Sinfoniekonzerts auf einen tieferen Sinn hinterfragt, beginnt es in den Streichern zu brodeln und zu rumoren. Der erste Teil aus Martis Orchesterwerk «Seven Towers» führt in eine musikalische Schöpfungsgeschichte, in der alles bereits angelegt ist, was in den weiteren Teilen folgen wird. Mit Sensibilität und Verve bringt Chefdirigent Mario Venzago die Natur­gewalten in Gang – und lässt dabei doch auch kluge Vorsicht walten. Die Streicher türmen Klangschichten aufeinander. Ein grosses Crescendo in den akustischen ­Zenit, wo alles zerbirst und die Klangbausteine auseinanderfliegen. Doch ein Ende ist es nicht. Der musikalische Prozess hebt neu an und scheint sich auf geheimnisvolle Art selber in Bewegung zu halten.

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