Zombie-Vater George Romero ist gestorben

Kein anderer hat es vor George Romero geschafft, Zombies so zum Leben zu erwecken, dass sie als Metapher für Rassismus oder Militarismus stehen. Nun ist der Regisseur gestorben.

Der Schöpfer von «Die Nacht der lebenden Toten» ist gestorben: George Romero mit Zombie-Fans. (12. September 2009)

Der Schöpfer von «Die Nacht der lebenden Toten» ist gestorben: George Romero mit Zombie-Fans. (12. September 2009) Bild: Darren Calabrese/Keystone

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Der Schöpfer von Zombie-Filmklassikern wie «Die Nacht der lebenden Toten», George Romero, ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 77 Jahren nach einem Kampf gegen Lungenkrebs, wie seine Familie in einer Mitteilung durch seinen Manager Chris Roe bekannt gab. Er sei gestorben, während er die Filmmusik des Klassikers «Der Sieger» gehört habe und seine Frau sowie seine Tochter an seiner Seite gewesen seien.

Romero hat mit seinem Regisseurdebüt, dem Horrorfilm «Die Nacht der lebenden Toten» von 1968, Standards geschaffen, die bis heute für Zombieverfilmungen gelten. Besonders war, dass Romeros Untote stets mehr als Kannibalen waren: Sie waren Metaphern für an die Gesellschaft angepasste Menschen, Kommerzialisierung, Klassenunterschiede, Rassismus oder Militarismus. «Die Zombies konnten alles sein», sagte Romero in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP im Jahr 2008.

«Menschen versagen, richtig zu reagieren»

«Sie konnten eine Lawine sein, ein Orkan. Es ist eine Katastrophe da draussen. In den Geschichten geht es darum, wie Menschen dabei versagen, richtig zu reagieren. Sie versagen, damit umzugehen», erklärte er. «Sie bleiben da, wo sie sind, statt zu erkennen, dass etwas zu gross für uns ist. (...) Das ist der Teil, der mir immer gefallen hat.»

In seinem Werk «Die Nacht der lebenden Toten» bewegen sich die Untoten langsam, sehnen sich nach menschlichem Fleisch und können nur durch einen Schuss in den Kopf getötet werden. Wenn der Zombie einen Menschen beisst, wird auch dieser zum Untoten. Diese Merkmale sind bis heute fest in Zombie-Film-Charakteren verankert.

Sozialkritisches Stück

Der damals mit einem Budget von rund 100'000 Dollar gedrehte Streifen handelt von Leichenfressern («Ghuls»), die eine Gruppe von Menschen attackieren, die sich in einem Farmhaus versteckt halten. Die Forschungsbibliothek des US-Kongresses erklärte den Schwarzweiss-Film 1999 zum Meisterwerk und nahm ihn in die Liste jener Filme auf, die als besonders erhaltenswert gelten.

Viele werteten den Film als sozialkritisches Stück über Rassismus in den Vereinigten Staaten. Der einzige Schwarze in der Erzählung überlebt zwar die Zombies, wird anschliessend jedoch von weissen Rettungskräften erschossen.

Zehn Jahre später drehte Romero den Klassiker «Zombie» (englischer Titel «Dawn of the Dead»), bei dem sich Menschen gegenseitig in einem Einkaufszentrum angreifen, während draussen Untote wüten. Romeros Zombies inspirierten zahlreiche Regisseure zu Imitationen, Neuverfilmungen und Hommagen. (chk/dapd)

Erstellt: 17.07.2017, 03:07 Uhr

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