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Schweizer Filme müssen ohne EU-Geld produziert werden

Die Annahme der SVP-Initiative hat auch Folgen für die hiesigen Filmemacher: Die EU will das Förderungsprogramm mit der Schweiz nicht verlängern.

Viele Schweizer Filme könnten ohne das Geld aus dem Ausland nicht mehr produziert werden: Das Zürcher Kino RiffRaff. (Archivbild)
Viele Schweizer Filme könnten ohne das Geld aus dem Ausland nicht mehr produziert werden: Das Zürcher Kino RiffRaff. (Archivbild)
Keystone

Die EU will keine Verhandlungen zur Erneuerung des Filmförderungsprogramms «MEDIA» aufnehmen, solange die Schweiz das Zusatzprotokoll zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien nicht ratifiziert hat. Das sagte der Sprecher der EU-Kommission, Dennis Abbott, heute in Brüssel.

Er bestätigte damit gegenüber der Nachrichtenagentur sda eine Meldung des Westschweizer Radios RTS. Das MEDIA-Abkommen ist seit 2006 in Kraft und wurde 2009 für weitere vier Jahre verlängert. Im September 2013 hatte der Bundesrat das Verhandlungsmandat für eine weitere Erneuerung des MEDIA-Abkommens bewilligt.

Durch MEDIA erhalten die Schweizer Filmschaffenden die gleiche Unterstützung wie ihre EU-Kollegen. So fördert das Programm die Produktion und Verteilung von Schweizer Filmen. Ausserdem profitierten die Schweizer Filmemacher vom Netzwerk der europäischen Filmindustrie, sagte Abbott.

Filme in Locarno

Die Schweiz bezahlte für die Teilnahmen am Programm zwischen 2007 und 2013 jährlich rund 7,3 Millionen Franken. Dafür konnten gemäss dem Bundesamt für Kultur (BAK) in dieser Zeit rund 250 Personen an MEDIA-Weiterbildungsprogrammen teilnehmen. 114 Filmprojekte konnten entwickelt werden, von denen 44 Prozent am Fernsehen oder im Kino gezeigt wurden.

Unter anderem schafften es die beiden von MEDIA geförderten Schweizer Ko-Produktionen – «Mary, Queen of Scots» von Thomas Imbach und «Les Grandes Ondes à l'ouest» von Lionel Baier – aufs Programm des letzten Locarno Film Festival.

«Creative Europe» in der Warteschlange

MEDIA ist Teil des Programms «Creative Europe», mit dem der Kontinent für den Zeitraum von 2014 bis 2020 den kulturellen Austausch regeln möchte. Neben MEDIA kämpft die Schweizer Kulturpolitik auch für die Teilnahme am Unterprogramm «Kultur», das Literatur- und Kunstpreise, aber auch das Label der europäischen Kulturhauptstädte umfasst.

Die Verhandlungen zu «Creative Europe» haben nach Angaben von Abbott noch nicht begonnen. Nach der Annahme der Zuwanderungsinitiative hat die EU bereits die Verhandlungen über das Forschungsabkommen «Horizon 2020» und das Studentenaustauschprogramm «Erasmus» auf Eis gelegt.

SDA/rbi

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