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Oscar-prämierter Kameramann Haskell Wexler gestorben

Für «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» erhielt Haskell Wexler einen von insgesamt zwei Oscars. Er war ein Profi hinter der Kamera und scheute auf dem Set keinen Streit.

Starb im Alter von 93 Jahren: Kameramann Haskel Wexler (Mitte) hier zusammen mit Regisseur Dennis Hopper (2. v. r.) auf dem Set von «Colors» im Jahr 1988.
Starb im Alter von 93 Jahren: Kameramann Haskel Wexler (Mitte) hier zusammen mit Regisseur Dennis Hopper (2. v. r.) auf dem Set von «Colors» im Jahr 1988.
AP, Keystone

Der zweimal mit dem Oscar ausgezeichnete US-Kameramann Haskell Wexler ist tot. Er sei am Sonntag, 27. Dezember 2015, im Alter von 93 Jahren friedlich im Schlaf dahingeschieden, sagte sein Sohn Jeff Wexler der Nachrichtenagentur AP. «Er war ein wunderbarer Vater. Das meiste, was ich bin, verdanke ich seiner Weisheit und Anleitung», sagte er.

Jane Fonda, die mit Wexler in den 1970er Jahren den Film «Coming Home - Sie kehren heim» drehte und dafür ihren zweiten Oscar erhielt, pries den Gestorbenen auf Twitter als brillanten, geliebten Kameramann. «Er war mein Freund. (...) Er war mutig und grossartig und ich habe ihn sehr gemocht», schrieb sie.

Konflikte auf dem Set

Der 1922 in Chicago geborene Wexler begann bereits während der Schulzeit mit Kameras zu arbeiten. Mit zwölf Jahren nahm er seine Familie während eines Italienurlaubs auf. Das Studium brach er ab und ging zur Handelsmarine. Im Zweiten Weltkrieg wurde sein Schiff torpediert. 1960 kam er nach Hollywood.

Wexler gewann mit seiner innovativen Aufnahmeführung in den Filmen «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» und «Dieses Land ist mein Land» jeweils den Oscar für die Beste Kamera. Darüber hinaus stand er in den 1960er und 1970er Jahren bei Sozialdramen wie «Coming Home - Sie kehren heim», «In der Hitze der Nacht» und «Einer flog über das Kuckucksnest» hinter der Kamera. Dabei scheute er keinen Streit. Francis Ford Coppola feuerte ihn einst bei den Arbeiten am Film «Der Dialog». Regisseur Milos Forman setzte ihn beim «Kuckucksnest»-Dreh ebenfalls vor die Tür. Den Oscar teilte sich Wexler deswegen mit seinem Kollegen Bill Butler.

Seine Arbeit machte Wexler so bekannt, dass er als einer der wenigen Kameraleute einen Stern auf dem Wall of Fame in Hollywood erhielt. Sein Sohn Jeff arbeitet ebenfalls im Filmgeschäft und war als Tonmischer selbst für den Oscar nominiert, nämlich für «Independence Day» und «Last Samurai».

SDA/afo

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