«Ma vie de Courgette» ist bester Schweizer Spielfilm

Erst war er für einen Oscar nominiert – nun siegt der Animationsstreifen «Ma vie de Courgette» in der Königskategorie des Schweizer Filmpreises. Wer sonst noch gewann.

Die Schweizer Filmpreise wurden zum 20. Mal vergeben: Über die Nominierten und die Gewinner bestimmt die Schweizer Filmakademie. Video: Tamedia/SDA

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Die göttliche Ordnung im Schweizer Film? Bruno Ganz, Bruno Ganz und hätte er noch einen weiteren Preis gewinnen können ganz bestimmt noch einmal Bruno Ganz. Der 76-jährige (er hatte vor drei Tagen Geburtstag) wurde bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises am Freitagabend nicht nur als bester Darsteller ausgezeichnet. Sondern auch mit dem Ehrenpreis fürs Lebenswerk bedacht. Gerührt stand er auf der Bühne, sagte aber nichts zu seinen Emotionen, sondern erzählte eine haarige Geschichte aus dem Militärdienst.

Der Zürcher Schauspieler von Weltrang hat den Lebenswerk-Preis selbstverständlich verdient wie kein anderer. Dass er auch noch als bester Darsteller oben aus schwingen konnte, für seine Interpretation eines jüdischen Viehhändlers in «Un juif pour l’exemple», war aber doch eine der Überraschungen dieses Gala-Abends. Viele hatten auf Max Simonischek gesetzt, den Quotenmann aus der Frauenkomödie «Die göttliche Ordnung».

Kinohit der Stunde

Der Schweizer Kinohit der Stunde räumte trotzdem mehrere Schweizer Oscars ab. Ein Quartz, wie Glas-Statuetten genannt werden, ging an die Hauptdarstellerin Marie Leuenberger (sie hatte bereits 2010 für «Die Standesbeamtin» gewonnen). Ein zweiter an die Nebendarstellerin Rachel Braunschweig (gut, in dieser Kategorie war klar, dass es die «Göttliche Ordnung» treffen würde, denn auch ihre beiden Konkurrentin stammten aus diesem Film). Und ein dritter an die Regisseurin Petra Volpe. Allerdings nicht für den besten Film, sondern für das beste Drehbuch.

Den Hauptpreis für den besten Spielfilm erhielt ein anderer Star des Schweizer Kinojahrs, der es vor einem Monat gar bis an die Oscarverleihung gebracht hatte: Die Puppe Courgette, oder Zucchini, wie sie in der Deutschschweiz heisst. «Danke für den Oscar», sagte Regisseur Claude Barras denn auch an der Preisverleihung. Auch für seinen Film gab es zwei weitere Auszeichnungen: Ein Sonderpreis ging an Marie-Eve Hildbrand für das Casting der Kinderstimmen und die Sängerin Sophie Hunger erhielt für ihre allererste Filmmusik in «Ma vie de Courgette» ebenfalls einen Quartz.

Mein Leben als Zucchini: Der Streifen zeigt die Geschichte eines kleinen Jungen, der in einem Kinderheim aufwächst. (Video: Tamedia/Rita Productions)

Oscarstimmung

Übung im Preise entgegennehmen hat der Cutter Kaya Inan. Im vergangenen Jahr war er gleich für zwei Filme nominiert und gewann mit «Above and Below». Jetzt gab es das Double für den Schnitt des Dokumentarfilms «Cahier Africain» von Heidi Specogna. Die Bieler Regisseurin ihrerseits wurde mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Ebenfalls Oscarstimmung kam in der Kategorie bester Kurzfilm auf: Hier gewannen «Bon Voyage» und «La femme et le TGV», die beide bereits gemeinsam auf der Oscar-Shortlist gestanden hatten. Zwei Sieger? Ja, die Mitglieder der Schweizer Filmakademie haben ihnen genau gleich viele Stimmen gegeben und das Bundesamtes für Kultur hat entscheiden, beide als Sieger auszurufen. Es war kein Entscheid mit Kostenfolge, Siegergeld gibt es nämlich nur für die Nominierung. Für den Gewinn bleibt dann die Ehre – und eben ein Quartz.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.03.2017, 21:48 Uhr

Das Produktions-Team von «Ma vie de Courgette»: Pauline Karli Gygax, Max Karli, Claude Barras und Michel Merkt (von links) posieren auf dem roten Teppich in Genf. (Bild: Keystone )

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