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Kurzfilm der Woche: Es schmeckt wie Kaffee

In «Cappuccino» muss sich Jérémie mit seinem Schulkameraden Damien, in den er verliebt ist, und seiner schrillen Mutter Gina herumschlagen.

Der Kurzfilm «Cappuccino» vom jungen Regisseur Tamer Ruggli aus Biel handelt vom Coming-out eines scheuen Teenagers und seinen ersten sexuellen Erfahrungen. Jérémie hat eine Vorliebe für schräge Frisuren, einen guten Cappuccino und seinen sehr attraktiven Mitschüler Damien. Von seiner vom Männerfang besessenen Mutter vernachlässigt, geht der junge Jérémie mit Damien auf ein Date. Spielerisch leicht versetzt Tamer Ruggli seine Zuschauer zurück in die Pubertät, in der man sich mit verwirrenden Gefühlen und Unsicherheiten zurechtfinden muss.

Der Titel «Cappuccino» spielt einerseits auf Jérémies Vorliebe für guten Cappuccino an, so verabscheut er den viel zu süssen Kaffee der Mutter, andererseits antwortet er auf Damiens Frage nach dem Geschmack seines Spermas: «Schmeckt wie Kaffee.»

Der Kurzfilm beinhaltet zwar Elemente aus Rugglis Jugend, ist aber nicht autobiografisch. Am stärksten inspiriert hat ihn seine eigene Mutter für die Rolle von Gina. «Da meine eigene Mutter Ägypterin ist, bin ich schon ziemlich früh mit schrillen und dominanten Frauen konfrontiert worden», sagt Ruggli auf Tamfilms.ch. «Frauen, die sehr viel Wert auf ihr Aussehen legen, die sich parfümieren und schminken, egal für welchen Anlass. Diese Hyperfeminität hat mich von klein auf fasziniert.» Ruggli betont, er habe einen Film machen wollen, den er als Teenager auf der Suche nach sich selbst gerne gesehen hätte. Dem Regisseur ist es gelungen, eine authentische Geschichte zu erzählen, die berührt.

«Cappuccino» ist Tamer Rugglis Abschlussfilm an der Filmschule Ecal in Lausanne. Er wurde unter anderem am Internationalen Filmfestival in Seattle und am Outfest in Los Angeles gezeigt. 2011 gewann er den Iris Film Prize.

Tamer Ruggli wurde 1986 in Zürich geboren. Seine ersten Jahre verbrachte er in Kinshasa im damaligen Zaire sowie in Riad in Saudiarabien. 2010 schloss er sein Filmstudium an der Ecal ab. Momentan schreibt er das Drehbuch für seinen ersten Spielfilm.

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