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Können wir mal nicht über Männer reden?

Die Hälfte der Oscar-Filme in der Hauptkategorie fallen bei einem simplen Sexismus-Test durch.

Lediglich drei Kriterien muss ein Film erfüllen, um den sogenannten Bechdel-Test zu bestehen. Erstens: Er muss mindestens zwei weibliche Figuren mit Namen enthalten. Zweitens: Die Frauen müssen miteinander sprechen. Und zwar, drittens, über etwas anderes als Männer. Die Autorin und Comiczeichnerin Alison Bechdel hat die simplen drei Kriterien 1985 eingeführt und damit eine vereinfachte Formel erarbeitet, mit der man beurteilt, ob ein Film möglicherweise althergebrachte Geschlechterklischees bedient und sexistisch ist – oder eben nicht.

Generell scheint es Hollywood schwerzufallen, die drei Kriterien zu erfüllen. Nicht nur Klassiker wie «Casablanca», «Dirty Dancing» oder «Pulp Fiction» bestehen den Test nicht, auch die aktuellen Oscar-Anwärter «The Revenant», «The Martian», «The Big Short» und «Bridge of Spies»: alle fallen durch. Obwohl der Bechdel-Test nur eine grobe Analyse darstellt, etablierte er sich in den letzten Jahren zum brauchbaren Indikator für die Präsenz und Darstellung von Frauen im Film. Der europäische Filmförderungsfonds Eurimages etwa führte den Bechdel-Test in die Kriterien der Filmfördervergabe ein. Auch in Schweden hat die Filmindustrie schon reagiert: Diverse Kinos, unter anderem das Arthouse-Kino Bio Rio in Stockholm, haben den Test in ihre Ratings aufgenommen. Auch das staatlich finanzierte Swedish Film Institute und der schwedische Kabelsender Viasat Film unterstützen die Initiative.

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