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«Keine Namen. Keine Uniform. Keine Gnade»

Im von wahren Begebenheiten inspirierten «Gangster Squad» versucht ein Trupp von Polizisten, Los Angeles vom Verbrechen zu befreien.

Im Kampf gegen die Unterwelt: Josh Brolin (vorne) und sein Kommando.
Im Kampf gegen die Unterwelt: Josh Brolin (vorne) und sein Kommando.
Wilson Webb, Keystone

Es geht um nicht weniger als die Befreiung der Stadt der Engel, Los Angeles. Es geht um Polizisten, die in den Untergrund gehen, um die von ihnen so geliebte Stadt den Klauen eines fürchterlichen Gangsters zu entreissen.

Im Los Angeles der späten 1940er-Jahre hat ein Mann das Sagen, der eigentlich von der Ostküste stammt, aus New York City, Brooklyn: Mickey Cohen, ehemaliger Boxer und nun König der Unterwelt. Selbst Richter und Polizisten tun, was Mickey verlangt. Die härtesten Typen machen sich vor Angst in die Hose, wenn sich Cohen mit diabolischem Grinsen selbst als «Gott» bezeichnet.

Ein Häuflein Unerschrockener vom Los Angeles Police Department stellt sich dem Gauner entgegen: ein Geheimkommando unter der Führung von Sergeant John O' Mara (Brolin) und Sergeant Wooters (Gosling). Das Team nennt sich «Gangster Squad», sein Motto: «Keine Namen. Keine Uniform. Keine Gnade.» Schon bald bekommt Mickey Cohen die Entschlossenheit dieser Rachetruppe zu spüren.

Virtuos brutal

In seinem harten Gangsterfilm setzt Fleischer auf geballte Star-Power: Josh Brolin, selbst gebürtig aus L.A., überzeugt als ehrlicher, hart arbeitender Cop in einer korrupten Stadt. Nick Nolte ist wunderbar als bulliger, stiernackiger Polizeichef, Ryan Gosling ähnlich cool wie in «Drive», dem hochgelobten Gangsterthriller aus dem Jahr 2012.

Der zu einer Art Kultschauspieler avancierte 32-Jährige gibt seinen Sergeant mit beeindruckender Nonchalance und einem fast engelsgleichen, sanften Singsang, stets eine Zigarette im Mundwinkel. Sean Penns energetische Performance macht viel Spass, obschon sein Mafiaboss stark überzeichnet ist und nur knapp an der Karikatur vorbeischrammt.

Von den erlesenen Requisiten über den treibenden Score bis hin zum Schnitt: «Gangster Squad» ist ein gut gemachtes Verbrecherstück. Mit viel Stil und einem Gefühl für die Eleganz des Art déco beweist Ruben Fleischer, dass er etwas versteht von Schauspielerführung. Die brutalen, teils sehr blutigen Actionsequenzen hat er sämtlich virtuos eingefangen, und zum Final, da gibt es einen herrlich altmodischen Faustkampf, Mann gegen Mann, ganz ohne Waffen.

Liebeserklärung an eine Stadt

Und doch mangelt es dem Film etwas an Tiefgang und Substanz, dem Skript an Überraschungen. Die Liebesgeschichte zwischen Ryan Goslings Figur und der von Emma Stone vermag kaum Funken zu schlagen. Eine wirklich starke, durchweg glaubwürdige Frauenfigur sucht man in diesem Streifen voller harter Jungs vergeblich.

«Gangster Squad» aber, den man auch als Hommage an eine Stadt lesen kann, verfügt mit Los Angeles schliesslich doch über eine prägnante Protagonistin. Am Ende, als alle Waffen ruhen, findet Sergeant John O' Mara für die Metropole, die ihm so am Herzen liegt, wunderbare, zärtliche Worte: «Es ist nicht das Paradies, aber es ist die Stadt der Engel.»

SDA/lmm

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