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Jämmerliche Seelenlandschaften

Julianne Moore macht sich für David Cronenbergs neuen Film «Maps to the Stars» zum Affen. Sonst dominiert am Filmfestival in Cannes vor allem die Lächerlichkeit der Männer.

Wie ein mürrisches Rhinozeros: Timothy Spall als J. M. W. Turner in Mike Leighs «Mr. Turner». Foto: PD
Wie ein mürrisches Rhinozeros: Timothy Spall als J. M. W. Turner in Mike Leighs «Mr. Turner». Foto: PD

Julianne Moore liegt auf der Matte. Über ihr kauert John Cusack als Massageguru mit therapeutischer Lizenz und knetet ihr Leib und Seele. So wird sie durchgenudelt und schreit ihren Schmerz heraus. Dieser stammt natürlich von einer psychischen Wunde aus der Vergangenheit, wie bei allen Filmfiguren aus dem Drehbuchseminar. Damit fängt David Cronenbergs Wettbewerbsbeitrag «Maps to the Stars» an: als ätzende Hollywoodsatire mit Julianne Moore als arbeits­loser Schauspielerin vor dem existenziellen Kollaps. Der Film betritt dann bald finsteres, ja übersinnliches Gebiet. Als habe Cronenberg noch mal nach­drehen wollen, was David Lynch besser kann. Aber das Bild vom beschädigten Menschen in krummer Haltung, das passt sehr gut zu diesem Cannes-­Programm, in dem es immer wieder um seelische Verrenkungen geht.

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