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Im braunen Sumpf

In «Silberwald» ist das Emmental kalt, abweisend und ein Nährboden für braune Heilsversprechen. Ruhig und ästhetisch packend erzählt Christine Repond die Geschichte von Sascha, der in die rechtsextreme Szene abdriftet.

Verletzlicher, beunruhigender Antiheld: Sascha (Saladin Dellers) in «Silberwald».
Verletzlicher, beunruhigender Antiheld: Sascha (Saladin Dellers) in «Silberwald».
zvg

Ihre Fremdenfeindlichkeit hat kein System: Im einen Moment treiben sie Schindluder mit dem Plakat einer Partei, die gegen die drohende Überfremdung politisiert. Und im nächsten spucken sie beim Anblick dunkelhäutiger Fussballspieler das N-Wort aus oder setzen vor dem Asylheim im Dorf einen Kinderwagen in Brand. Was als grenzwertige Bubenstreiche beginnt, mündet bald in ein Zeichen unübersehbarer Sympathiebekundung. Der junge Protagonist Sascha rasiert sich nach einer Auseinandersetzung mit der Mutter vor dem Badezimmerspiegel einen Kahlschädel: Trockenrasur, es fliesst Blut, und am Ende betrachtet der frisch Radikalisierte fast verdutzt das Resultat seiner Spontanaktion im Spiegel.

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