Hecken der Heimat
Ein Dorf vor der Kamera: Zu Besuch in Suberg, wo nicht nur der 50. Geburtstag des Männerchors gefeiert wurde, sondern auch die Vorpremiere des Films «Zum Beispiel Suberg».
Da ist sie nun, die Bahnschranke. Wo 150 Mal am Tag die Züge zwischen Biel und Bern durchrasen. Und wo die Geduld der Suberger Automobilisten immer wieder auf die Probe gestellt wird. Nebeltropfen netzen das Gesicht. Hier also wäre das geografische Zentrum des Dorfes – ein Ort zum Verweilen ist es indes nicht. Kein Wunder ziehen sich die Suberger lieber hinter die Hecken um ihre Einfamilienhäuser zurück. Auch an diesem düsteren Samstagabend ist keine Menschenseele zu sehen.
Ohne Gemeinschaftssinn? Nicht ganz. Denn an diesem Abend sitzt das halbe Dorf in der Turnhalle bei Hamme und Kartoffelsalat. Gefeiert wird das 50-Jahr-Jubiläum des Männerchors Suberg-Kosthofen, einer der letzten drei Vereine in der Gemeinde. An diesem Jubiläum zeigt der Filmemacher «Zum Beispiel Suberg» als Vorpremiere. Nicht von ungefähr, denn Baumann ist das – mit Abstand – jüngste Mitglied des Männerchors. Schuld daran ist sein Film.«Zum Beispiel Suberg» ist nämlich nicht nur eine Suche nach dem verlorenen dörflichen Gemeinschaftsgeist, sondern eine Art Lebensprojekt: Baumann unternimmt darin den Versuch, sich ins Dorf zu integrieren – er, der zwar sein ganzes Leben hier verbracht hat, aber «keine fünf Leute kannte», wie er sagt. Wohin geht man, um in einem Dorf Kontakte zu knüpfen? Natürlich, in einen Verein.