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Hahn tot, Leiche lebt

Im heutigen Kurzfilm steht Max Rüdlinger ziemlich am Berg. Aber ein Berglersohn hilft ihm zurück ins Flachland.

Weil er nie die Rollen erhalten hat, die über ihn hinausweisen, bezieht Max Rüdlinger (Max Rüdlinger) ein Einzelzimmer in einem Hotel in Zermatt. Mit Aussicht auf die Berge will er sich gerade erschiessen, als Pascal (Marin Blülle) ins Zimmer tritt, der Sohn des schlecht gelaunten Hotelbesitzers. Er hat den ausgestopften Hahn im Zimmer vergessen, den er mit dem Staubsauger zerstört hat und den es jetzt vor dem Furor des Vaters zu verstecken gilt. Und so treffen sich in diesem Zimmer zwei, die lieber nicht hier wären, in der spiessigen Gemütlichkeit bergschweizerischer Hotellerie, sondern weit weg. Der eine jenseits, der andere zur See.

Also entspinnt sich in Kerstin Poltes kurzem Bergdrama ein heiter-melancholischer Dialog zwischen einem lebensmüden Leichendarsteller und einem lebensuntüchtigen Teenager, und dazu spielt die Folkgitarre ihre ewige Melodie. Eine kurze, heitere Rührseligkeit ist diese Arbeit aus dem Jahr 2011, die bestens einstimmt auf die ausführliche Wiederkunft des Max Rüdlinger, nämlich an den Solothurner Filmtagen, die am nächsten Donnerstag beginnen. Dort wird der heimliche Liebling des Schweizer Films in «Der Meister und Max» von Marcel Derek Ramsay zu sehen sein, an der Seite von Polo Hofer, Clemens Klopfenstein und Christine Lauterburg.

Und als handle es sich um eine insgeheime Fortsetzung des hier gezeigten Kurzfilms, sucht Max Rüdlinger darin nun Clemens Klopfenstein auf, auf dass sein alter Meister und Compagnon ihn aus der Verdammung in die immer gleiche Rolle als Max Rüdlinger befreie. Kunst ist eben doch eine Lösung.

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