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«Gewalt gegen Frauen hat zugenommen»

Der in Istanbul geborenen Filmregisseurin Esen Isik zufolge sind in der Türkei Morde an Frauen eine grässliche Normalität. Sie sieht einen Grund darin, dass die politische Kultur kaum Kritik zulässt.

Esen Isik hat «Köpek» Pippa Bacca gewidmet. Die italienische Aktionskünstlerin wird im Film als Nebenfigur dargestellt. Foto: PD
Esen Isik hat «Köpek» Pippa Bacca gewidmet. Die italienische Aktionskünstlerin wird im Film als Nebenfigur dargestellt. Foto: PD

Die Türkei hat ein politisch aufwühlendes Jahr hinter sich. Ist die Stimmung im Land anders?

Ich empfinde die Situation in der Türkei heute nicht unruhiger als etwa vor 30 Jahren. Es gibt kaum einen Zeitraum in der türkischen Geschichte, der nicht von politischen Unruhen geprägt ist. Eingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit, autoritäre Staatsführung und blutige Konflikte zwischen Türken und Minderheiten sind keine neuen Phänomene. Früher stand das international vielleicht nicht so im Fokus, weil vor Präsident Erdogan in der türkischen Politik niemand so offenkundig zum autoritären Führungsstil stand. Natürlich hat sich die Repression in vielen Belangen verschärft, seit Erdogans islamisch-konservative AKP regiert. Aber im Grunde führt sie eine Politik fort, deren Grundzüge bereits angelegt waren.

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