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Erlegtes WC-Papier

Derzeit kuratiert Christian Jankowski die Manifesta, bekannt wurde er in den 90ern mit Pfeil und Bogen.

Videostill aus «die Jagd».
Videostill aus «die Jagd».
zvg

Einzig die Kassiererin blieb unbeeindruckt. Obwohl in jedem Artikel, den ihr Förderband transportierte, ein Pfeil steckte: in der Margarine ebenso wie im Brot, im Bier und im WC-Papier.

Der deutsche Künstler Christian Jankowski machte den Supermarkt 1992 zu seinem Jagdrevier, als er mit Pfeil und Bogen durch die automatische Schiebetür schritt. Und kaum war das tiefgefrorene Poulet erlegt, packte er es ganz brav in seinen Einkaufswagen. Eine Woche lang lebte Jankowski von seiner Beute. Das daraus entstandene Video «Die Jagd» – welches nun im Showroom von videokunst.ch im Progr gezeigt wird – ist zwar kaum länger als eine Minute, dennoch öffnete es ihm die Tür zur etablierten Kunstszene, die er einige Jahre später aufs Neue verblüffte. Für die Biennale in Venedig befragte er im Jahr 1999 Wahrsager im italienischen Fernsehen, ob er mit seinem Beitrag erfolgreich sein würde. Alle sagten sie Ja, der Kunstmarkt sagte Ja, das Publikum applaudierte.

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