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Einer hats gewusst

Die Schweizer Firma Sonova ist in einen Insiderskandal verwickelt – nicht die einzige Parallele zum Schweizer Film «Vitus».

Erinnern Sie sich an den Film «Vitus»? Der Titelheld liest schon im Kindergarten den Brockhaus und kann als Sechsjähriger virtuos Stücke von Schumann auf dem Klavier spielen. Die Mutter fördert den hochbegabten Jungen mit einem IQ von 180 auf Teufel komm raus – worauf sich Vitus in eine Traumwelt flüchtet.

Der Film von Fredi Murer gewann 2007 den Schweizer Filmpreis. Und in diesen Tagen wird er gerade von der Realität eingeholt: Heute gab die Führungsetage der Schweizer Firma Sonova (ehemals Phonak) ihren Rücktritt bekannt. Firmengründer Andy Rihs gab das Präsidium des Verwaltungsrates ab. Grund dafür ist eine umstrittene Börsentransaktion, von Insiderhandel ist die Rede.

Happy End?

In «Vitus» geschieht genau dasselbe; Vitus' Vater ist Manager bei der Schweizer Hörgerätefirma Phonaxis. Als die Firma in Schwierigkeiten gerät, lässt er sich auf einen dubiosen Wertpapierhandel ein – und wird vom Aufsichtsrat entlassen. Die Firma geht alsdann bankrott. Pikantes Detail: «Vitus» wurde damals tatsächlich in den Räumlichkeiten der Phonak gedreht.

Wie es mit Sonova weitergeht, ist ungewiss. Der Aktienkurs ist heute Morgen abgesackt. Im Film zumindest kommt es zu einem Happy End. Dank seines IQs ist Vitus nämlich auch ein äusserst gewiefter Anleger. Er setzt seine Finanzkenntnisse dazu ein, sein Erbe vom Grossvater an der Börse zu vergrössern, um damit die marode Firma des Vaters aufzukaufen.

Nun hat auch Andy Rihs einen Sohn. Ob der hochbegabt ist, ist uns nicht bekannt. Auf jeden Fall ist er Filmregisseur – und könnte als solcher immerhin das Sequel zu «Vitus» in die Hand nehmen. Arbeitstitel: «Wer nicht hören kann, muss fühlen.»

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