Ein Zucchetto erobert die Filmwelt

«Ma vie de Courgette» des Wallisers Claude Barras ist für den Golden Globe nominiert.

In Stop-Motion-Technik: «Ma vie de Courgette». Foto: Praesens Film

In Stop-Motion-Technik: «Ma vie de Courgette». Foto: Praesens Film

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Jetzt ist es offiziell: Die Schweizer Produktion «Ma vie de Courgette» gehört zu den besten Animationsfilmen des Jahres. Die Geschichte um den kleinen Jungen, der ins Kinderheim geschickt wird, wurde für den Golden Globe nominiert, nach dem Oscar der wichtigste Filmpreis der USA. Dort kämpft er gegen Hollywood-Schwergewichte wie Disneys Südseetochter «Moana» und die lustigen Tiere von «Zootopia» und «Sing». Wer gewinnt, zeigt sich am 8. Januar 2017.

Ein Publikumserfolg

Es ist ein weiterer Höhepunkt auf der Reise des erstaunlichen Films, der international «My Life as Zucchini» heisst und seine Premiere im Mai 2016 am Filmfestival von Cannes hatte. Seither hat er an zahlreichen Festivals auf der ganzen Welt Preise abgeräumt, darunter am letzten Wochenende den europäischen Filmpreis für den besten Animationsfilm. Er könnte es, will man den Prognosen glauben, auch bei den Oscars unter die fünf Nominierten schaffen.

Produziert wurde die schweizerisch-französische Koproduktion vom Genfer Max Karli, realisiert wurde sie unter der Regie des Wallisers Claude Barras in einer Fabrikhalle bei Lyon. Der Film entstand mit grossköpfigen Puppen in der sogenannten Stop-Motion-Technik, die so alt ist wie das Kino selber: Schon Georges Méliès hatte 1896 seine Raketen damit zum Mond geschickt. Die Geschichte aber ist modern, nimmt die Sorgen und Ängste des kleinen Jungen ernst. Und zum Nachspann singt Sophie Hunger ihre Version des französischen Hits «Le vent nous portera».

In der Romandie läuft «Courgette» bereits im Kino und ist mit über 90 000 Eintritten ein grosser Publikumserfolg. Er kommt auch bei der Kritik gut an und wurde soeben vom CH-Filmkritiker-Verband zum besten Schweizer Film des Jahres gewählt. Um ihn zu sehen, muss man sich allerdings in der Deutschschweiz noch etwas gedulden: Kinostart ist hier am 16. Februar 2017 – vielleicht geht Claude Barras’ Erstling dann als Golden-Globe-Gewinner an den Start.

«La La Land» als Favorit

Der Star der Abends an den Golden Globes wird aber zweifellos Meryl Streep sein: Sie bekommt für ihr Lebenswerk den Cecil-B.-DeMille-Award und ist gleichzeitig als beste Darstellerin für ihre Rolle der untalentierten Opernsängerin in «Florence Foster Jenkins» nominiert.

Der Film ist auch als beste Komödie nominiert, neben der nostalgischen Musical-Romanze «La La Land», die mit sieben Nominationen das Feld anführt. Die Konkurrenten sind «20th Century Women», «Deadpool» und «Sing Street». In der Kategorie Bestes Drama sticht «Moonlight» mit sechs Nominationen heraus. Er tritt gegen «Hacksaw Ridge», «Hell or High Water», «Lion» und «Manchester by the Sea» an. Und «Toni Erdmann» geht für Deutschland ins Rennen um den besten fremdsprachigen Film. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.12.2016, 08:35 Uhr

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