Zum Hauptinhalt springen

Eddi Arent ist tot

Der Deutsche war ein begnadeter Komiker, bekannt vor allem aus den Edgar-Wallace-Krimis.

Eddie Arent im Edgar- ?Wallace-Film «Das indische Tuch» ?(1963).
Eddie Arent im Edgar- ?Wallace-Film «Das indische Tuch» ?(1963).

Von Indianern umzingelt, von Banditen gejagt und im Kugelhagel gefangen - an der Seite von Winnetou und Old Shatterhand hat Eddi Arent als schottischer Lord Castlepool spannende Abenteuer erlebt. Der Part des versponnenen Schmetterlingssammlers in den Karl-May-Verfilmungen machte den Schauspieler berühmt, ebenso wie seine Auftritte in den Kultkrimis von Edgar Wallace.

In aller Dramatik und allem Grusel blieb Arent immer eines: ein begnadeter Komiker mit einem herrlich trockenen Humor, der die Zuschauer selbst mit unbeweglicher Miene zum Lachen reizen konnte.

Nun ist der Schauspieler Ende Mai im Alter von 88 Jahren in München gestorben. Beigesetzt wurde er Anfang der Woche in Oberschleissheim, wie Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler bestätigte.

Kein einfaches Leben

Wie sich Eddi Arent selbst beschrieb? Vielleicht mit den Worten des penetranten Kellners, den er in dem Sketch «Gast und Kellner» verkörperte. Darin will er von seinem Gast partout so angeredet werden: «König aller Kellner, dessen Füsse ich küsse, Edelmann, Philosoph, Abenteurer, Supermann, Charmeur und Traum aller Frauen.»

Der Traum vieler Frauen war der bekannte Schauspieler sicher. Doch verheiratet war er nur mit einer: Franziska. Seit ihrer Trauung Ende der 1950-er Jahre waren sie ein Ehepaar, bis seine Gattin vor einigen Jahren starb.

Trotz seines Humors war das Leben für Arent nicht immer einfach. 1925 wurde er in Danzig geboren. Sein Vater war Betriebsleiter in einem Wasserwerk und schickte den Sohn auf ein humanistisches Gymnasium. Zeit für die grosse Freiheit war nach dem Abitur jedoch nicht.

Arent wurde zum Kriegsdienst einberufen. Von diesen Erfahrungen und vom kargen Leben der Nachkriegszeit liess er sich indes nicht unterkriegen - im Gegenteil. Während Arent vor den Geschäften in langen Schlangen für Lebensmittel anstand, soll er seine Mitwartenden durch allerlei Spässe aufgeheitert haben. Dabei - so wird berichtet - habe er sein komisches Talent entdeckt.

Kaberett der Nachkriegszeit

Diese Begabung setzte er geschickt ein, erst mit dem Kabarett «Der Widerspiegel», später an der Münchner Kleinkunstbühne «Die Zwiebel» oder in den Sketchserien «Harald und Eddi» und «Es ist angerichtet».

George Tabori holte ihn 1997 für seinen Film «Mutters Courage». Die Regisseure drehten gerne mit ihm, nicht zuletzt, weil er uneitel war und sich nicht in den Vordergrund drängte. Stattdessen arbeitete er fleissig und effizient. «Drehe sparend, dreh mit Arent», so ein geflügeltes Wort unter Filmemachern.

Glückloser Hotelier

Neben der Schauspielerei war Arent allerdings noch anderweitig tätig. Ab Anfang der 1990er Jahre besass er mit seiner Frau ein Hotel in Neustadt am Titisee. Zwölf Jahre ging alles gut, bis 2005 die Pleite kam: Arent musste den Neustädter Hof schliessen und in die Zwangsversteigerung geben.

Ein herber Schlag für das Ehepaar. Arent zog sich zurück, erst recht nach dem Tod seiner Ehefrau, mit der er einige Jahre in einem Seniorenwohnheim in der Oberpfalz gelebt hatte.

Den Wunsch nach Zurückgezogenheit hegte er bis zuletzt. Statt Rampenlicht also das ganz normale Leben, so wie er es sich 1988 in dem Sketch «Robert Redford an der Bar» mit Harald Juhnke erträumte:

«Ich sitze hier als ein ganz normaler Mensch, habe vor mir ein ganz normales Glas und in meinem Hals einen stinknormalen Durst, und den möchte ich jetzt damit löschen; und ich bin nicht prominent, ich bin kein Künstler und ich möchte endlich meine ganz normale Ruhe haben.»

SDA/phz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch