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Der Filmer für die grossen Fragen

Der Waadtländer Regisseur Fernand Melgar stellt in Locarno seinen neuen Dokumentarfilm «L’abri» vor. Es sei «ein Film des schlechten Gewissens», sagt er.

Engagierter Filmemacher: Fernand Melgar am Filmfestival Locarno. Foto: Urs Flüeler (Keystone)
Engagierter Filmemacher: Fernand Melgar am Filmfestival Locarno. Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Das ist kein Mann, der die grossen Worte scheut. Der Dokumentarfilmer Fernand Melgar, Schweizer, 1961 in Tanger geboren, beheimatet in Lausanne, gebraucht sie, weil er seinem Kino vertraut. Und das klingt dann so, wenn er von «L’abri», seinem neuen Dokumentarfilm, redet: Dies sei «ein Film des schlechten Gewissens», gewidmet den Bürgern eines Landes, das er liebe und verteidige und zur Reflexion bringen wolle. Denn er hält das für seine Bürger- und Menschenpflicht, und deshalb ist er in «L’abri» buchstäblich ins Untergründige gestiegen: dorthin, wo im hablichen Lausanne ein internationales Prekariat nächtens Unterschlupf findet, ein einfaches Menü und ein Bett für 5 Franken, wenn es Glück hat. Und wo der gute Wille manch menschliche Katastrophe anrichtet nach den Regeln einer administrierten Humanität.

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