Brisantes aus dem Adlerhorst
Als ob sie eine Haut abstreifte: Lilo Spahr war 26 Jahre lang im Kino in der Reitschule tätig. Ende Jahr hört die Berner Filmaktivistin auf – der Abschied von ihrem «Recyclingkino» fällt ihr nicht nur leicht.

Der erste Film, den Lilo Spahr im Frühjahr 1988 im Reitschulkino über die selbst gebaute Leinwand laufen sah, war «Der letzte Mieter». Ein typisches Filmkind der Achtzigerjahre, in dem ein Vampir aus seiner Burgruine aus- und in die Stadt hineinzieht – und zwar in die Wohnung eines Spekulanten, der am Ende das Haus abreisst und durch einen Bürokomplex ersetzt.