Im Bett mit Amy Schumer

Die US-Komödiantin schläft mit «Star Wars»-Robotern, lanciert ihren ersten Kinofilm und kommt ans Filmfestival Locarno.

Kam nicht überall gut an: Amy Schumer in der «GQ»-Serie.

Kam nicht überall gut an: Amy Schumer in der «GQ»-Serie.

Matthias Lerf@MatthiasLerf

Die Pose ist eindeutig: Amy Schumer lutscht an einem Lichtschwert. Auf einem anderen Foto ist die US-Komödiantin mit zwei «Star Wars»-Robotern im Bett und macht an einem Knopf von R2-D2 herum. Ausserdem lässt sie es in einer intergalaktischen Bar als Prinzessin Leia krachen und schwingt das Bein mit der Stormtrooper-Armee. Die Bilder erschienen kürzlich in der amerikanischen Zeitschrift «GQ». Und erregten sofort den Zorn des «Star Wars»-Imperiums.

Diese Wirkung ist natürlich beabsichtigt. Die 34-jährige Komödiantin hat sich in den USA mit ihrer TV-Show «Inside Amy Schumer» einen Namen gemacht als Frau, die vor keiner Derbheit zurückschreckt, dabei aber lustvoll mit Geschlechterklischees spielt. Und jetzt steht mit «Trainwreck» ihr erster Kinofilm an, der die unkonventionelle Blondine einem noch grösseren Publikum bekannt machen soll. Zu diesem Zweck reist sie am 8. August auch an die Premiere ans Filmfestival von Locarno, wo die Komödie am prestigeträchtigen Samstagabend gezeigt wird.

Journalistin mit regem Männerverschleiss

Regisseur von «Trainwreck» ist Judd Apatow, der Mann hinter Hits wie «The 40 Year-Old Virgin» oder «Knocked Up». Seine neue Komödie ist voll auf die Hauptdarstellerin zugeschnitten, mit der er auch das Drehbuch geschrieben hat: Amy Schumer spielt eine Journalistin mit regem Männerverschleiss, grossem Durst und Ekel vor jeder festen Bindung. Doch dann soll sie, die keine Ahnung von Sport hat, ausgerechnet einen Artikel über einen Langweiler von einem Arzt schreiben, der die Knie der Basketballspieler flickt. Und jetzt ...

Der Film, der in den USA schon mit grossem Erfolg läuft, spielt mit den Klischees der romantischen Komödie, um dann mal sanft und mal heftig an ihnen zu rütteln. Er ist bis in die Nebenrollen exzellent besetzt, echte Sportler wie Basketball-Superstar LeBron James sind dabei. Und es gibt immer wieder Anspielungen auf andere Filme, zum Beispiel auf Woody Allens Klassiker «Manhattan»: Gezeigt wird die Queensboro Bridge mit der Bank, auf der damals der Stadtneurotiker und Diane Keaton sassen. Die Romantik wird aber sogleich gebrochen, denn Amy Schumer sagt dazu frech: «Das ist der Ort, wo Woody seine Soon-Yi getroffen hat» – seine einstige Adoptivtochter und jetzige Ehefrau.

Wenig ist der Komödiantin mit langjähriger TV-Erfahrung heilig. Darum ist die Fotoserie mit den «Star Wars»-Figuren ideal: Mit ironischen Männermagazin-Posen bricht Amy Schumer ins eher lustfeindliche und humorlose Imperium ein. Der Coup ist voll gelungen. Lucasfilm und Disney – die Produzenten der im Herbst startenden neuen Serie – reagierten prompt und schrieben auf dem offiziellen «Star Wars»-Twitter-Konto, sie hätten «den unpassenden Gebrauch unserer Figuren nicht erlaubt oder gebilligt». Mehr Spass daran hatte dagegen Ikone Mark Hamill. Der Luke Skywalker aus der ersten Serie twitterte, er habe gedacht, Amy Schumer sei soeben für die nächste Folge engagiert worden, und darüber habe er sich gefreut.



Auch andere, die in «Trainwreck» veräppelt werden, reagierten mit Humor. Es gibt darin einen Witz über Anne Hathaway, die ihren Oscar für «Les Miserables» 2012 in der Oscarnacht von Party zu Party schleppte. Sie zeigte sich amüsiert – und gab zurück, dass Amy Schumer bei den nächsten Oscars möglicherweise auch eine solche Figur werde herumschleppen können.

DerBund.ch/Newsnet

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