Der «Nachtzug nach Lissabon» macht in Bern halt

Im Frühjahr 2012 finden Drehs zur Verfilmung des Bestsellers «Nachtzug nach Lissabon » in der Stadt Bern statt. Mit dabei am Dreh: Oscar-Preisträger Jeremy Irons.

Oscar-Preisträger Jeremy Irons wird als Lateinlehrer eine schicksalshafte Begegnung mit einer vermeintlichen Selbstmörderin auf der Kirchenfeldbrücke erleben.

Oscar-Preisträger Jeremy Irons wird als Lateinlehrer eine schicksalshafte Begegnung mit einer vermeintlichen Selbstmörderin auf der Kirchenfeldbrücke erleben.

(Bild: Keystone)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Nun ist es definitiv: Der Erfolgsroman «Nachtzug nach Lissabon» des in Deutschland dozierenden Berner Schriftstellers Peter Bieri alias Pascal Mercier wird zum Teil auch in Bern verfilmt. «Das Gymnasium Kirchenfeld und die Kirchenfeldbrücke werden auch im Film eine wichtige Rolle spielen», sagt der ausführende Produzent Peter Reichenbach von der Zürcher Firma C-Films. Die Dreharbeiten sollen Ende Februar/Anfang März 2012 stattfinden. Übernächste Woche werde der dänische Regisseur Bille August («Pelle der Eroberer») mit seinem Team diverse Lokalitäten in der Bundesstadt begutachten, die für den Dreh infrage kommen, sagt Reichenbach. Noch Ende Juni dieses Jahres liess der Produzent offen, ob die Anfangssequenzen des 7,5-Millionen-Euro-Projektes tatsächlich in der Bundesstadt gedreht werden.

Auch der Bahnhof wird Drehort

Für die Hauptrolle war ursprünglich Geoffrey Rush («The Kings Speech») vorgesehen. Nun wird Oscar-Preisträger Jeremy Irons (62) als Lateinlehrer Raimond Gregorius jene schicksalshafte Begegnung mit einer vermeintlichen Selbstmörderin auf der Kirchenfeldbrücke erleben, die sein Leben auf den Kopf stellen wird.

Nebst der Kirchenfeldbrücke und dem gleichnamigen Gymnasium sind auch der Berner Hauptbahnhof sowie eine Buchhandlung und eine Privatwohnung in der Altstadt als Drehorte vorgesehen. Die ebenfalls im Film spielenden Stars Bruno Ganz und Vanessa Redgrave werden allerdings nicht in der Bundesstadt in Aktion treten. «Aufgrund ihrer Rollen treten sie erst in Portugal vor die Kamera», sagt Reichenbach.

Altstadtwohnung gesucht

Der Berner «Location Scout» für die Produktion ist Renatus Mauderli. Er klärt in diesen Tagen ab, welche Buchhandlung und welche Wohnung als Drehorte infrage kommen. Die iberische Buchhandlung am Hirschengraben, in der Gregorius auf ein Werk jenes Schriftstellers stösst, dessen Leben er in Lissabon nachspüren will, gibt es nicht mehr als Geschäft mit eigenem Schaufenster. Mauderli musste sich daher auf die Suche machen und hat insgesamt sieben geeignete Buchhandlungen gefunden, deren Besitzer ihre Lokalität für Dreharbeiten zur Verfügung stellen würden. Etwas schwieriger gestaltet sich die Suche nach einer Altstadtwohnung, die als Berner Domizil von Gregorius durchgehen könnte. «Die Bewohner haben gewisse Umtriebe zu gewärtigen.» So müssten sie etwa bereit sein, während der Dreharbeiten ins Hotel umzuziehen, sagt Mauderli.

Am besten wäre eine Wohnung «mit Charakter», die zu einem nicht mehr ganz jungen Lehrer alter Sprachen passen könnte. Idealer Standort wäre die Untere Altstadt oder das Mattequartier. Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, kriegt Spesen und Umtriebe entschädigt. «Zudem ist man dann Mieter oder Eigentümer einer Wohnung, in der Jeremy Irons einmal gespielt hat», sagt Mauderli.

Der Bund

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