Itz ersch rächt

Novämber-Chind sy im Februar gmacht worde, auso mit de erschte Früehligswallige.

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Venedig schteit unger Wasser. Ischs en Überraschig? Nei. Aber d Biuder machen Ydruck. Ungloublechi Biuder. Dr Markusplatz: eis einzigs riesigs Schwümmbecki. E Frou i chicem Bluemechleid, rotem Wullemantu u Schtrümpf, sehr edel, watet dürs Wasser – u lachet. E Maa schwümmt übere Markusplatz. Zwe Buebe in eme Ruederboot. E Vater schwingt uf em Platz sys Töchterli z ringsetum über d Wasseroberflächi, wie mes haut so macht mit de Ching – im Summer, ir Badi, wes warm isch, ir Badhose! Aber eso? Krass.

Venedig isch sech Überschwemmige gwanet. «Acqua alta» haut. Dr Marathon itz hei sie trotz em Wasser ou düre zoge. D Sportler sy haut dür Wasser gsecklet. U d Bsuecher sy nid öppe deheime blybe, nei, sie sy wie geng a de Abschperrige gschtande u hei gfäänet. Dasch äuä d Mentalität vo «itz ersch rächt». Überschwemmige? Mir gö glych go schaffe. Ds Ärdöl wird knapp? Sueche mr haut im Meer by de Mikro­alge wyter. Uf dr Ärde wirds ungmüetlech? Gö mr haut uf e Mars. Haut – oder itz ersch rächt. Dr Möntsch isch es ungloublechs Wäse. Drum itz ersch rächt wett ig über Chüeche rede. Ja, richtig gläse: Chüeche.

Dr Novämber isch drum dr Monet vo de Geburtstag, u drum o dr Monet vo de Chüeche. Ja, mi tüechts im Novämber hei irgendwie aui Geburtstag. Ei Geburtstag jagt dr anger, ei Chueche dr anger. Novämber-Chind sy im Februar gmacht worde, auso mit de erschte Früehligswallige, we d Lüt meh Luscht uf Liebi hei. Denn dänkt natürlech niemer dra, dass es speter de e Chueche-Stress im Novämber git. Ja, dr Novämber isch dr Monet vo de grosse Chueche-Frage. Wele Chueche, wie viu Chueche, verziert, choufe oder säuber bache?

Dass ig es Chueche-Problem ha, isch mir klar worde, won i vor vile Jahr fürs Geburtstagsfescht vo mym dennzmal nöie Fründ e Schoggichueche ha bachet. Zum erschte Mau überhoupt – u bis hütt dr einzig Chueche, won i cha. D Ex-Fründin vo mym dennzmal nöie Fründ aber – rein farblech en ächti, krassi Blondine us Köln – het für das Fescht einen Käsekuchen mit pbracht. U het triumphiert: Der Käsekuchen syg dr ­Lieblingschueche vo mym Fründ, nid dr Schoggichueche, aber i müess mr ke Sorge mache, wöu das passi doch: D Brünette bringi dr Schoggichueche, d Blondine den Käsekuchen.

Mi dennzmal nöi Fründ het de lakonisch gseit, dass dr bescht Käsekuchen sowieso usschliesslech syni Oma machi, da heig ke Frou e Chance drgäge. Und i ha gleitig klar gschteut, me säg hie erschtens Quarktorte, nid Käsekuchen. U zwöitens syg ig null komma null interessiert an ere Chueche-Rivalität, weder mit ere blonden Ex-Fründin, no mit ere Oma, ersch rächt nid mit ere süddütsche, wo sicher scho aus Bebeeli im Käse­kuchen syg gschwumme. Ja, wäg däm auem choufen i hüt hüfig dr Chueche, wes grad wider eine bruucht für irgend e Geburtstag, fürs Räbeliechtli, Erzählnacht u so. Oder i machen einisch meh höchschtens dr Schoggichueche, wo mr myni liebscht Fründin A vor vile Jahr het bypbracht.

I däm Sinn isch das hie trotz em Unwätter, trotz dr Wahl vom ne Zombie aus Chef z Brasilie, trotz em Verprügle vo Homosexuelle z Paris, trotz em Attentat uf e Synagoge z Pittsburgh, trotz dr bescheuerte Säubschtbeschtimmigsinitiative, trotz dr Tierquälerei z Hefenhofen en Hommage a myni liebscht Fründin A, an ihre Schoggichueche und a Monet Novämber. Itz ersch rächt. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.11.2018, 06:35 Uhr

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