Höret uuf!

«Mundart»-Kolumnistin Renée Maria Bellafante findet Kassierer und Kassiererinnen beeindruckend und auch immer wieder ein Thema um darüber zu schreiben.

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«Weisch de du geng öppis z schrybe?», frage mi hie und da Lüt. «Klar», dänken i, won i i der Schlange vor der Kasse stah. «Muesch ja nume um di luege.» Oder vor dra. Es stouet nämlech, wü en eutere Herr gseh het, dass der Kassier e fautsche Prys het yggä. Nid Aktion, wi s doch ir Zytig gstangen isch. Der Giu ar Kasse (excusez, vom ne gwüssnige eigete Auter a si di Junge Giele oder Modi) kontrolliert u forschet nache, mues der Platz verla u hingere go tschegge. Chunnt wider zrügg, git der Technik der rächt Prys y u bearbeitet no grad di angere Guetschyne. Das aus, nota bene, fründlech u zuvorkommend.

Ar Kasse schaffe isch aber o afe ne totali Useforderig u haubi Wüsseschaft. Bsungers mit ufmerksame Chunde, wo nid win ig aube nume no froh sy, we si wider dussestöh. S dünkt mi sowiso, es sött mau öpper erforsche, obs irgendes mönschlechs Wäse git, wo sech im Dschungu vo au dene Aktione, Charte, Bons u Märggeli no z rächtfingt u aues im Griff het. Ds Ganze het ja de hie und da no ne fiise Faktor: überchunsch z. B. e Bon, wo de 5x meh Superpünkt chönntisch übercho. Wüus um öppis geit, wo d einewäg geng choufsch, speedisch i Lade u gsehsch – isch ja no grad Aktion. Super, Grabsch u a d Kasse. Dert d Ufklärig: Nei, geit nid, isch Aktion. Süsch wärs e dopplete Bonus. Ätsch. Wiso de d Aktion u der Bon öppe zytglych aagleit sy, müesst me o no erforsche. Das isch würklech Kick pur! Oder aui die individuelle Bons. Ha gmeint, i spinn, won i ds erschte Mau so eine ha übercho. 25 % auf alle Bohnen bei Ihrem Einkauf bis . . . Wow. Ig wo duurend Bohne isse, mit myre Vergangeheit im Wiude Weschte, mo mou du! Das bringts.

Derfür wei si ja itz de no der Kassebon spare, wi s heisst, für weniger Papier z bruche. Settige Chabis. Du, veräpple oder verböhnle chan i me de o no allei. Scho mau kener Pryse meh uf de Produkt. Mit Glück no am richtige Ort am Gsteu u itz di letschti Kontrollinstanz a der Kasse o no la wägfaue. Scanne muesch o no gly säuber. Da chöme mer de scho bau i schwär kritischi Gefilde, u i gloube, da mues sech de o definityv niemer wundere, wenn bschisse wird, em Tüüfu es Ohr ab. När mues es immer no eine em angere nachegaagge. We d de no lisisch, dass di beide Grossverteiler di Türschte sy u we de zuesätzlech no lisisch, dass d Löhn vom Verchoufs-Personau faktisch zrügggöh, de löschts der doch scho chly ab.

I ha d Vision, dass i i öppe 10 Jahr i som ne Lade ne hysterische Aafau überchume u nume no umebäägge. De wird mi es Roboterli fescht a sech drücke u mi em säuberfahrende Outöli für i d Psychi avertroue, wo me de ratlos wird sy ab däm zuenähmende Phänomen. – Nei, chumm, mir näh es angers Thema. Hüt isch, win i im Internet gseh ha, Tag der Tuberkulose. Da chunnt sofort d Erinnerig a Schueudokter: Aui schön im Reiheli warte u dä, d Sprützenadle schnäu dür d Flamme vom Bunsebrönner – tschägg! – der Nächscht. Cha me sech hüt o nümm so vorsteue – aber i hoffe, dass die Chrankheit würklech mingeret uf der Wäut, dank em Impfe, unger was für Bedingige o immer. Aber da no: Tag der schokolierten Rosinen. Das tuet wider es Fäud uuf. Schokoliert. Das Wort han i mir Läbdig no nie ghört. Mues i mer merke. Da chan i ds nächschte Mau im Lade frage: «Dir, wo heit der die schokolierte Rosiine?» Git de o wider es paar Blicke.

Aber was närvt a däm Internetuftritt vo de würklech gluschtige Rosiinli: Da schiebt sech e Wärbig häre, wi me im Früehlig cha abnäh. U für das z ungerstryche, e Foti von e re Hang, wo i ne gruusig dicki Buuchfaute reckt. Auso bitte! Isch ja guet. Der Früehlig chunnt, aber so nes paar schokolierti Rosiinli si ganz sicher guet gäge d Früehligsmüedi. Mau luege, wi morn am Morge myni Amsle reagiere. Die höckle nämlech nach däm Winter, won i se haut chly verwöhnt ha, immer no im ne Reiheli uf em Gartezuun. Auso morn: Sorry, Giele, hüt keni schokolierte Rosiinli, nume Wybeeri sec Prix garantie. Aber singet glych us vouem Härz. Dir müesst nech nid mit so Blödsinn befasse.

Mir hingäge, wo duurend u non stop irgendwo no nes Schnäppli mache u spare wi verruckt, hei vilech no Gäut für ne zuesätzleche Flüchtling. Nei, o kes guets Thema. I höre itz gloub eifach uuf. Oder schla vor, dass mer e Tag für e Tag mache. Mir fyre eifach, dass hüt isch. Wi gseit – öppis chunnt eim geng i Sinn.

Der Bund

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